Europatag am 9. Mai: Europa schafft Rechte, das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz hilft, diese durchzusetzen

Ein Entschädigungsanspruch nach Flugausfällen oder Verspätungen, ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei Online-Käufen, ein 2-jähriges Gewährleistungsrecht bei Produktmängeln…
Gut dreiviertel der Verbraucherrechte, die in Deutschland, Frankreich und den übrigen EU-Staaten gelten, gehen auf Initiativen der Europäischen Union zurück. Und die Rechte der Europäerinnen und Europäer werden kontinuierlich weiter gestärkt.

Herausforderungen von morgen meistern – EU einigt sich auf neue Gesetze

Um den ökologischen und digitalen Wandel voranzubringen, einigten sich das EU Parlament und der Rat der EU kürzlich auf das Gesetz über digitale Märkte (DMA) und das Gesetz über digitale Dienste (DSA).

Diese richten sich insbesondere gegen die Vorherrschaft von Onlinegrößen wie Google, Apple, Facebook und Amazon und sollen auch Hass im Netz unterbinden. Im Wesentlichen geht es um folgende Punkte:

  • Personenbezogene Werbung, auf Basis gesammelter Nutzerdaten, soll nur nach ausdrücklicher Einwilligung gestattet sein. Verstöße werden bestraft.
  • Verbraucher sollen besser vor Falschinformationen, Beschimpfungen und dem Kauf gefälschter sowie gefährlicher Produkte geschützt werden.

Hinzu kommt, dass Europa Unternehmen dazu verpflichten will, Informationen über die Lebensdauer und Reparierbarkeit ihrer Produkte bereitzustellen.

Außerdem soll Greenwashing, also die gezielt irreführende oder falsche Information über die Umweltauswirkungen eines Produktes oder einer Dienstleistung, europaweit stärker bekämpft werden. Näheres auf der Website der EU Kommission.

 Das ZEV veröffentlicht Jahresbericht: 2021 wurden über 46.000 individuelle Anfragen beantwortet 

Rechte zu haben ist gut, diese ausüben zu können noch besser. Nach dieser Devise informiert, berät und unterstützt das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. seit 29 Jahren kostenlos Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Durchsetzung ihrer Rechte. Und dies nicht nur in der deutsch-französischen Grenzregion, sondern über das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren europaweit.

Und so gingen im Kehler Zentrum im Jahr 2021 bei allen Abteilungen des ZEV insgesamt 46.019 Anfragen und Beschwerden ein.

Bei den bearbeiteten Fällen ging es u. a. um stornierte Reisen wegen Corona, Falschlieferungen nach Online-Bestellungen, betrügerische Kreditangebote oder die Nichteinhaltung von Gewährleistungsrechten. 76 % der Fälle konnten außergerichtlich zugunsten der Verbraucher gelöst werden.

Neu in 2021: das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland startete seinen Podcast, in dem in leicht verständlichen Episoden europäischer Verbraucherschutz erklärt wird. Ein weiteres von Bürgerinnen und Bürgern gut angenommenes Projekt war ein interaktives COVID-Tool, das den Grenzübertritt nach Frankreich und in die Schweiz erleichtert.

Dank seines Kehler Standorts in unmittelbarer Nähe zu Straßburg und seiner langen Erfahrung mit Verbraucherproblemen, nimmt das ZEV zudem auch eine Beobachterrolle in der deutsch-französischen Grenzregion ein. Im regelmäßigen Austausch mit politischen Entscheidungsträgern werden grenzüberschreitende Hindernisse und Lösungsansätze erörtert.

Auf der Internetseite des ZEV steht Ihnen der Jahresbericht 2021 mit allen Zahlen und Informationen kostenlos zur Verfügung. Hier gibt´s dazu ein kurzes Video.

 

PM Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V.

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