Kontaktloses Bezahlen: Payment-Trends 2021

Im stationären Einzelhandel nimmt das kontaktlose Bezahlen Fahrt auf. Etwa 75 Prozent aller deutschen Verbraucher nutzten diese Option 2020: Dieser hohe Anteil allein zeigt schon deutlich, wie sehr sich die Menschen hierzulande an den neuen Trend gewöhnen. Auch im Internet etablieren sich verschiedene Payment-Methoden, die der umständlichen Überweisung allmählich den Garaus machen.

Das kontaktlose Bezahlen „vor Ort“ basiert auf der Nutzung sogenannter NFC-Chips, die sich auf der Kredit- oder Girokarte befinden. Die „Near Field Communication“ läuft, wie der Name bereits sagt, ausschließlich auf kurzer Distanz ab. Bei einer Entfernung von mehr als 5 Zentimeter kann der Terminal die Karte bereits nicht mehr lesen – das erhöht deutlich die Sicherheit. Bei größeren Beträgen von über 50 bzw. 25 Euro wird die Eingabe einer PIN fällig, damit sich wirklich niemand unrechtmäßig am Karteninhaber bereichern kann. Doppelbuchungen, wie sie von manchen Zeitgenossen befürchtet werden, sind erfahrungsgemäß ausgeschlossen. Und: Niemand muss mehr seine Karte aus der Hand geben, um schnell und einfach Geld zu transferieren.

Auch beim Payment im Netz steht die Sicherheit an erster Stelle, denn wer möchte schon sein privates Bankkonto Cyber-Dieben preisgeben? Hier wird viel mit Passwörtern und auf Smartphone transferierten Code-Nummern gearbeitet, die eine sichere Identifizierung des Nutzers ermöglichen. Dienste wie PayPal, Trustly und Skrill übertragen außerdem keine sensiblen (Bank)daten zum jeweiligen Online-Shop, das sorgt für zusätzlichen Schutz bei Online-Transaktionen.

Dieser Mechanismus funktioniert übrigens nicht nur in diversen digitalen Geschäften, sondern auch beim Spielen im Netz. Schnelle und zugleich sichere Ein- und Auszahlungen bilden für Spielbankfreunde das Unterpfand für ungetrübten Freizeitspaß. Aus diesem Grund hält beispielsweise der Online-Anbieter Pokerstars Vegas eine Vielzahl solcher Zahlungsmethoden bereit, mit höchsten Sicherheitsstandards, die ein seriöses Spielerlebnis garantieren. Jeder Online-Händler, ob er nun Freizeitvergnügen oder handfeste Gegenstände verkauft, ist per Gesetz verpflichtet, spätestens zu Anfang des Bestellvorgangs sämtliche akzeptierte Zahlungsmittel anzugeben. Es genügt nicht, erst während der Bestellung zu melden, dass bestimmte Möglichkeiten nicht gegeben sind.

Die meisten Bezahldienste erfordern eine Anmeldung mitsamt Adress- und Kontodaten, der Zugang zum Account ist wie üblich passwortgesichert. Die Zugangsdaten sind und bleiben äußerst sensibel, aus diesem Grund gilt es, sehr auf sie zu achten. In diesem Sinne ist jeder User immer noch ein Stück weit für seine eigene Sicherheit verantwortlich und sollte sich entsprechend vorsichtig verhalten.

Ein Blick auf die bekanntesten digitalen Wallets

Die bekanntesten beiden E-Wallets heißen PayPal und Skrill, wobei PayPal schon seit vielen Jahren die Nase ganz vorn hat. Dennoch lohnt es sich, einen Blick auf die Konkurrenz zu werfen, die sehr ähnlich funktioniert, aber ihren Firmensitz an anderer Stelle hat. Mit PayPal gelangen die persönlichen Daten in die USA, mit Skrill werden sie in Großbritannien gespeichert. Die Entscheidung ist reine Vertrauens- und Geschmackssache.

Obwohl sich auch Neteller bereits mehr als ein Jahrzehnt am Markt befindet, hat diesen Namen kaum noch jemand gehört – der Dienst floriert hauptsächlich in der Gamer- und Traderszene. Und er ist passgenau für diese Bereiche geschneidert, obwohl auch andere Kunden auf Wunsch zum Zuge kommen. Die Besonderheit: Wer sich bei Neteller anmeldet, kann eine virtuelle prepaid Mastercard beantragen, die überall dort gilt, wo auch die analoge Mastercard angenommen wird. Neteller bucht die gezahlten Beträge direkt vom Konto ab, es handelt sich also um kein echtes Kreditkartensystem.

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Das Bezahlsystem Trustly bringt wiederum einen anderen Vorteil mit: Hier ist kein eigenes Benutzerkonto nötig, so kann jeder ganz spontan während des Bezahlvorgangs zum Kunden werden. Dafür muss der User in jedem Bestellvorgang erneut seinen Namen und seine Bankverbindung hinterlegen, den Rest erledigt der Dienst – mitsamt sicherer Datenübermittlung. Der TÜV Saarland hat Trustly überprüft und kommt zu dem Schluss, dass der Datenschutz hier gegeben. Trustly selbst erhält keinen direkten Zugriff auf das jeweilige Bankkonto und gibt keine Informationen an Dritte weiter, so das Resultat.

Bezahlen mit Smartwatch und Smartphone

Sogar im analogen Leben übernehmen die digitalen Geräte allmählich die Herrschaft über unser Bezahlverhalten: Neben den oben erwähnten Bank- und Kreditkarten dienen längst auch Smartphones und Smartwatches als finanzielle Transfersysteme. Die Apps „Google Pay“ und „Apple Pay“ sowie verschiedene Banken-Softwares verleihen dem Handy die virtuelle Bezahlfunktion, funktionieren aber auch auf der smarten Uhr. Die wichtigste Voraussetzung besteht darin, dass die Bank des Users mit dem jeweiligen Dienst kooperiert. Eine weitere Vorbedingung: Die Smartwatch ist mit einem NFC-Chip ausgestattet, ohne den geht nichts. Nur spezielle Kunden-Apps wie die von Payback oder von Edeka befreien von der NFC-Chip-Pflicht, sie zielen aber auf das emsige Sammeln von Kundendaten ab. Und natürlich funktionieren die Programme nicht bei konkurrierenden Unternehmen.

Bedeutet das den Abschied vom Bargeld?

Gerade die letzten 1,5 Jahre haben gezeigt, wie viel Potenzial in kontaktlosen Bezahlmethoden liegt. Natürlich hängen die Deutschen weiterhin an ihrem Bargeld, darum verwenden die meisten ein Mischprogramm und bezahlen mal so, mal so, wie es gerade passt. Dass 75 Prozent den kontaktlosen Weg nutzen, bedeutet also noch lange nicht, dass diese Menschen keine Münzen und Scheine mehr mit sich tragen. Der Abschied vom Bargeld geschieht sehr allmählich, falls er überhaupt jemals vollständig vollzogen wird. Die Entwicklung weist jedoch sehr deutlich in Richtung digitalen Payments.

Fotos:

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PM

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