Missbrauch von Persönlichkeitsrechten und Betriebsgeheimnissen würde Tür und Tor geöffnet – Mittelstand lehnt geplantes EU-Verschlüsselungsverbot ab

Der Mittelstand lehnt das EU-Verschlüsselungsverbot ab. „Mit dem Plan, sichere Verschlüsselung abzuschaffen und alle Betriebe zur Hinterlegung von Generalschlüsseln zu zwingen, riskiert Brüssel erhebliche Kollateralschäden. Dem Missbrauch von Persönlichkeitsrechten und Betriebsgeheimnissen würde Tür und Tor geöffnet“, warnt Lothar Lehner, Repräsentant des BVMW im Landkreis Göppingen.

Lehner und der Bundesgeschäftsführer des BVMW in Berlin, Markus Jerger, fordern daher den EU-Ministerrat übereinstimmend dringend auf, diesen Entwurf zurückzuweisen. So auch Dr. Oliver Grün, Präsident des Bundesverband IT-Mittelstand und Präsident des IT-MittelstandEuropaverbandes European DIGITAL SME Alliance in einer Stellungnahme des BVMW.

Weitere Unterstützung bekommt Lothar Lehner von Udo Günter Bootsch, Geschäftsführer der Remynd Systems GmbH in Eislingen: „Wann immer ein Verschlüsselungsalgorithmus eine Hintertür zulässt, kann diese von Kriminellen bzw. Organisationen genutzt werden und die Verschlüsselung auszuhebeln. Ein sicheres System wird dadurch nachhaltig geschwächt. Über diese Hintertür hätten Betreiber und Behörden im Übrigen in ganz Europa Zugriff. Ebenso zu erwarten ist, dass andere internationale Akteure versuchen, sich einen Zugang zu verschaffen. Im Ergebnis würde dies alle End-to-EndVerschlüsselungssysteme ad absurdum führen.“

Eva Mattes, Referentin für Digitales beim BVMW, ergänzt: „Der Entwurf schafft de facto sichere digitale Kommunikation ab und würde zu einem massiven Vertrauensverlust der Bevölkerung in digitale Lösungen führen. Der Weg kann nicht darin bestehen, Hintertüren einzubauen, sondern sich darauf zu konzentrieren, gesetzliche Regelungen auf die Höhe der Zeit zu bringen.“

PM Lothar Lehner Selbständiger Repräsentant des BVMW e. V. 

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