Wie viele Medaillen darf Deutschland bei den Olympischen Spielen erwarten?

Ein Jahr später als geplant beginnen die Olympischen Spiele in Tokio. Zwar geht es angesichts der Einschränkungen für Fans in den Stadien deutlich gedämpfter zu als sonst, aber Olympia ist immer etwas Besonderes – und die Sportler werden trotzdem alles geben.

Was die deutsche Mannschaft angeht, sind die Hoffnungen in einigen Bereichen groß, in anderen etwas verhaltener. Bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 holte Deutschland 17 Goldmedaillen – die beste Ausbeute seit den Spielen 1996 in Atlanta. Insgesamt war die deutsche Medaillenausbeute (17 Gold, 10 Silber, 15 Bronze) zwar geringer als in London 2012 (11 Gold, 20 Silber, 13 Bronze), aber der Zuwachs an Gold machte die Spiele zu einem Erfolg für die deutschen Sportler. Im Medaillenspiegel belegte Deutschland Platz 5.

Doch wie wird Deutschland bei den Olympischen Spielen in Tokio voraussichtlich abschneiden? Es mag Sie überraschen zu erfahren, dass es eine bedeutende Industrie gibt, die sich um die Vorhersage der Medaillen für jedes Land dreht. Mehrere Big-Data-Unternehmen analysieren die Athleten auf der ganzen Welt, um groß angelegte Prognosen für den endgültigen Medaillenspiegel zu erstellen.

Eine riesige Aufgabe, 1.000+ Medaillen zu projizieren

Die Größe dieser Aufgabe sollte nicht unterschätzt werden – wir reden hier über die Analyse von über 10.000 Athleten in 100 verschiedenen Disziplinen. Bei den Olympischen Spielen werden rund 1.000 Medaillen vergeben, und diese Big-Data-Unternehmen versuchen vorherzusagen, wo jede einzelne landen wird.

Warum tun sie das? Nun, die Informationen sind wertvoll. Eine Einzelperson kann auf diese Informationen zugreifen und sie für ihre Entscheidungen nutzen, z. B. für Wetten auf die olympischen Ereignisse. Noch wichtiger ist jedoch, dass nationale Organisationen die Informationen nutzen können, um zu verstehen, wo sie in Zukunft finanzielle Mittel einsetzen sollten.

Wie bereits erwähnt, gibt es mehrere wichtige Unternehmen, die Prognosen über den endgültigen Medaillenspiegel erstellen. Das vielleicht bekannteste ist Gracenote. Sie werden die Vorhersagen von Gracenote oft in Zeitungen und anderen Medien zitiert sehen – es wird als der Goldstandard bei Sportvorhersagen angesehen, obwohl andere Firmen behaupten, bessere Modelle zu haben.

Deutschlands Medaillenspiegel könnte sinken

Wie auch immer, die aktuellen Gracenote-Medaillenvorhersagen am Vorabend der Olympischen Spiele für Deutschland lauten wie folgt: Deutschland werden bei den Olympischen Spielen in Tokio 34 Medaillen vorhergesagt. Dies basiert auf einer Prognose von 11 Gold, 11 Silber und 12 Bronze. Wie Sie sehen, ist das ein Rückgang gegenüber den letzten Olympischen Spielen. In der Gesamtwertung würde Deutschland damit auf Platz 9 landen – in Rio belegte es Platz 5.

Gracenote weist darauf hin, dass es für Deutschland schwierig war, seinen Platz an der Spitze des Medaillenspiegels zu halten. Nach der Wiedervereinigung hatte Deutschland 1992 in Barcelona mit 82 Medaillen, darunter 33 Goldmedaillen, einen riesigen Erfolg. Aber das Land musste sich mit dem Aufstieg Chinas als dominierende Sportnation auseinandersetzen, und auch Australien und Großbritannien haben sich hervorgetan.

Sollten die Deutschen also enttäuscht sein? Nein, ganz und gar nicht. Wir sollten betonen, dass Gracenote und andere Datenunternehmen mit ihren Prognosen oft falsch liegen. Sie sagen, was zu erwarten ist – sie wissen nicht, was passieren wird. Und die Magie des Sports bedeutet, dass die deutschen Athleten diesen Vorhersagen ein Schnippchen schlagen können – und in diesem Sommer goldene Erinnerungen schaffen.

PM

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