„Verschieden glauben, gemeinsam leben“

Für ein Jahr lang agiert das Christlich Islamische Gespräch mit „Doppelspitze“. Die Neuausrichtung war durch die bevorstehende Verrentung von Dekanatsreferent Felix Müller notwendig. Künftig leiten Ingrid Held, Studienleiterin und Religionspädagogin und Islambeauftragte für den Kirchenbezirk Göppingen, sowie der Vorstandsvorsitzende der Vereinigung türkischer Vereine im Landkreis Göppingen Vedat Dag, gemeinsam das elfköpfige Gremium und wollen dadurch ein Zeichen setzen.

Christ IslamUnterstützt werden die beiden von Klinikseelsorger Friedrich Sautter, der die Aufgaben des Schriftführers übernommen hat. Ingrid Held vertritt gemeinsam mit Friedrich Sautter den Evang. Kirchenbezirk im Gesprächskreis. Vedat Dag hebt hervor: „Mit Veranstaltungen haben wir positive Signale für gelungene Integration gesetzt. Der Erfolg unserer Aktivitäten hat gezeigt, dass diese Initiative richtig und wichtig in unserer Gesellschaft ist. Insbesondere in der heutigen Zeit ist es wichtig, den Austausch zwischen den verschiedenen Religionen zu suchen.“
Seit der Gründung im Jahr 2009 versucht der Gesprächskreis, dass die beiden Religionen mehr Verständnis füreinander aufbringen. Das Anliegen des „Christlich Islamischen Gesprächs“, so Dag, sei „Kulturen zusammenzubringen und Brücken schlagen, die die Verständigung fördern“. Wir sind ein Netzwerk für Menschen und Initiativen, die sich für die Verständigung mit Muslimen einsetzen. Uns ist wichtig, dass die Menschen miteinander statt übereinander reden“. Ingrid Held meint ihrerseits: „Als Christin bin ich der festen Überzeugung, dass es keine Alternative zum interreligiösen Dialog gibt. Dabei geht es nicht um die Frage, welches die bessere Religion ist oder wer Recht hat. Für ein friedliches Miteinander brauchen wir das respektvolle Gespräch über die uns fremde Religion. So können wir mit- und voneinander lernen“. Zudem verfolgt sie derzeit die Inhalte von Leserbriefen mit Betroffenheit. „Manche kann man nicht anders als islamfeindlich bezeichnen. Sicherlich ist es richtig, wenn man Fragen über eine andere Religion stellt. Es sind auch kritische Fragen dabei, aber dabei sollte immer der Respekt gewahrt bleiben“.

 

Felix Müller, Dekanatsreferent

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