75 Jahre Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg / Fachtag FINDEN & BINDEN Wie kann der Fachkräftemangel bewältigt werden?

Wie kann der Fachkräftemangel bewältigt werden? Dieser Frage gingen rund 50 Teilnehmer*innen in der Wissenswerkstatt EULE in Schwäbisch Gmünd am 7.11.2023 nach. Im Rahmen der Podiumsdiskussion mit dem Ersten Bürgermeister Christian Baron, Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg sowie Uta-Micaela Dürig, Vorständin Sozialpolitik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg bestand Einigkeit darüber, nur gemeinsam über die einzelnen Sektoren hinweg dem großen Personalmangel wirksam begegnen zu können.

„Wir müssen gemeinsam an vielen Stellschrauben gleichzeitig drehen, um den Fachkräftemangel zu bewältigen. Dabei müssen wir das große Potential von Geflüchteten in unserem Land im Blick haben und Möglichkeiten schaffen, sie schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Zur besseren Erreichbarkeit der Ausländerbehörden sind mehr und flexiblere Sprechzeiten, zusätzliches Personal und ein Ausbau der Anerkennungsberatungsstellen notwendig. Beim Zuzug für ausländische Fachkräfte sollten wir darauf achten, ihn familienfreundlich zu gestalten und den Familiennachzug im Verfahren zu berücksichtigen. Darüber hinaus braucht es unbürokratische Unterstützung und schnelle Anerkennung von Ausbildungsgängen“, so Uta-Micaela Dürig, Vorständin Sozialpolitik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. Die geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt 2024 bei den Freiwilligendiensten seien im Hinblick auf den dramatischen Personalmangel komplett widersinnig, da sich 70 Prozent der Freiwilligen nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr vorstellen könnten, in der Sozialen Arbeit oder im Gesundheitswesen zu arbeiten.

Das Kooperationsprojekt CAMICA von den Jugendhilfeeinrichtungen kit Jugendhilfe Tübingen, Kinder- und Jugendhilfe Linzgau sowie Jugendhilfe Creglingen stellte konkrete Ideen zur Fachkräftegewinnung und -bindung vor.

Am Nachmittag wurden acht Sessions zu Themen wie „Anerkennung sozialer Berufe in der Öffentlichkeit“, „Erfolgreiches Recruiting“ bis hin zur besseren „Integration von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt“ bespielt. Auch über den zukünftigen Einsatz von mehr KI im Arbeitsalltag und über eine Optimierung der Außenwirkung auf Messen wurde rege diskutiert. Dieses noch recht unbekannte Format, genannt Barcamp, wurde professionell von Hendrik Epe von Idee Quadrat moderiert und stieß auf viel Lob und Begeisterung unter den Teilnehmenden.

Hintergrundinformation:

Regionalverbund Stauferland – Ostwürttemberg

Der Regionalverbund Stauferland-Ostwürttemberg mit seinen 160 Mitgliedsorganisationen setzt sich aus den drei Kreisverbänden Göppingen, Heidenheim und Ostalb zusammen.

Durch den Zusammenschluss im November 2019 möchte der Regionalverbund die Kräfte des Verbandes in der zumeist ländlich geprägten Region zusammen führen, bündeln und stärken. Die Mitgliedsorganisationen- und einrichtungen identifizieren sich mit den Visionen, Zielen und der Haltung des Verbandes und treten aktiv für diese ein. Vor Ort werden Mitgliedsorganisationen- und einrichtungen in Prozesse und Entwicklungen eingebunden und gestalten diese aktiv mit.

PM Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg

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