Reanimation – Jede Minute zählt

Menschen, die einen Herzstillstand erleiden, sind auf sofortige Hilfe angewiesen. Wie einfach eine Reanimation ist, erfuhren zahlreiche Besucher eines Infostandes des DRK in der Göppinger Fußgängerzone.

Foto: rechts: Ulrich Kienzle

Foto: rechts: Ulrich Kienzle

Aufmerksam lässt sich ein junger Mann von Ulrich Kienzle erklären, welche Schritte zu tun sind, wenn ein Mensch wegen eines Herzstillstandes ohne Bewusstsein ist. „Wir beatmen nicht mehr“. Und: „Sie können beim Drücken nichts falsch machen“. Steht fest, dass ein Mensch ohne Bewusstsein ist, „rufen Sie mit 112 den Rettungswagen“. Bis der eingetroffen ist, vergehen in der Regel acht bis zehn Minuten. Dann wäre das Gehirn ohne die ausreichende Sauerstoffversorgung allerdings bereits dauerhaft geschädigt. Es gilt also, von außen mechanisch die Tätigkeit des Herzens, nämlich über den Blutkreislauf das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen, zu übernehmen. Zahlreiche Besucher informierten sich über diese einzelnen Schritte der Reanimation an einem Stand des DRK-Ortsvereins Göppingen  und der Klinik am Eichert. Vor drei Jahren war die Aktion „100 pro Reanimation“ vom der Berufsverband Deutscher Anästhesisten und der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin bundesweit ins Leben gerufen worden. Gemeinsam hatten der DRK-Kreisverband Göppingen und die Kliniken des Landkreises in der vergangenen Woche im Rahmen dieser Aktion eine ganze Reihe von Informationsveranstaltungen organisiert. Denn die Zahl der erfolgreichen Wiederbelebungen liegt in Deutschland deutlich unter dem anderer europäischer Ländern. Aus Unwissenheit haben Menschen Angst, anderen zu helfen. „Die Frequenz und die Tiefe des Drucks sind entscheidend“, erklärt Axel Ost, Vorsitzender des Ortsvereins. 100 Mal pro Minute sollte der Brustkorb gleichmäßig etwa sechs Zentimeter tief eingedrückt werden. „So ersetzen Sie die Pumpleistung des Herzens“. Das Drücken – aus den gestreckten Armen heraus – ist anstrengend. „Suchen Sie sich deshalb Hilfe und sprechen Sie Umstehende ganz konkret an“, rät Dr. Christian Wagenfeld. „Denn Sie müssen drücken, bis der Rettungswagen eintrifft“. „Es ist dringend an der Zeit, dass ich meine Erste-Hilfe-Kenntnisse generell auffrische“, ist die Einsicht eines Göppingers. Er will sich jetzt zu einem Erste-Hilfe-Kurs anmelden.

Online-Info:

www.einlebenretten.de

www.drk-goeppingen.de

PM

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