Ein Anruf beim … Johanniter-Menüservice Wie die Corona-Pandemie den Arbeitsalltag der Johanniter beeinflußt

In der Reihe „Ein Anruf bei…“ stellen die Johanniter wöchentlich Kolleginnen und Kollegen vor und wie Corona ihren Arbeitsalltag, vielleicht auch zum Positiven, verändert hat. Im Gespräch heute: Kathrin Gomez, Sachgebietsleiterin Menüservice im Regionalverband Ostwürttemberg. Sie ist seit 2005 bei den Johannitern und ihr Herzblut hängt am Wohlergehen „ihrer“ Senioren im Bereich „Essen auf Rädern“.

Eine stärkere Nachfrage nach „Essen auf Rädern“ konnten die Johanniter im Regionalverband Ostwürttemberg in den letzten Wochen verzeichnen. Es sind vor allem ältere Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Vorbelastungen und angesichts der Corona-Warnungen nicht mehr aus dem Haus gehen können oder auch Menschen, die bislang in den Tagespflegeeinrichtungen in der Woche ihr Mittagessen bekamen. Aber gerade im höheren Alter ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig. Ebenso groß ist der Wunsch, zu Hause oder in vertrauter Umgebung zu essen. Als freiwillige Leistung bieten die Johanniter in Ostwürttemberg allen Menschen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, aber auch in Fällen, wo ältere Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen (Risikogruppen) keine andere Möglichkeit haben, einen Versorgungsdienst an. Das heißt: Die Helferinnen und Helfer besorgen bei Bedarf die Einkäufe (Lebensmittel, Medikamente und andere Artikel des täglichen Gebrauchs).

Frau Gomez, wie hat sich Ihr Arbeitsalltag durch Corona verändert?

Durch den Ausbruch der Corona Pandemie wurde mein Arbeitsalltag sehr schnelllebig und rasant. Kaum schaut man sich um und der Tag ist wie im Handumdrehen verflogen. Aktuell nehmen wir Mitarbeiter im Menüservice einen immensen Andrang an Interessenten wahr, oft ist es schwer überhaupt mal einen kurzen Moment durchzuatmen, um jedem Einzelnen mit seinen verschiedenen Belangen in ausreichendem Maße gerecht werden zu können.

Es gibt derzeit ja viele Änderungen, beruflich, wie privat.  Beobachten Sie in Ihrem Arbeitsbereich auch positive Veränderungen?

Zu den durchaus positiven Veränderungen zähle ich das Thema Projekte. Augenblicklich arbeiten wir an diversen großen Projekten, die es so in der Form ohne den Corona Ausbruch nicht gegeben hätte. Diese Projekte sind sehr umfangreich und absolutes Neuland für uns und unser Team- allerdings macht genau das den unfassbaren Reiz aus, wir freuen uns über eine abwechslungsreiche, fordernde und vielversprechende Arbeit, die unseren Tag begleitet und erfüllt. Dieses angeeignete Wissen wird uns zur späteren Zeit sicherlich von großem Nutzen sein.

Wie gehen Sie persönlich mit der Corona-Pandemie um?

Ich selbst habe sehr großen Respekt vor der Krankheit Corona im Allgemeinen, man bewegt sich selbst viel bedachter im Alltag und mit seinen Mitmenschen an sich, das ist meiner Meinung nach schon der wichtigste Aspekt den es gilt zu befolgen. Nichts desto trotz können wir die Zeit nicht anhalten und müssen versuchen mit der Pandemie zu leben und umzugehen, bis die Medizin einen geeigneten Impfstoff gefunden hat- ich bin durchaus positiv und habe Vertrauen in die Forschung.

Was ist Ihr „Mutmacher“ für die kommenden Tage und Wochen?

Zum Thema Mutmacher fallen mir einige Ereignisse ein die ich hier nennen kann: die Meldung aus Italien beispielsweise, hier wurde ein sage und schreibe 101 jähriger Corona infizierter Mann nach intensiver Behandlung als geheilt aus der ortsansässigen Klinik entlassen. Mutmacher sind die vielen Kinder die mit an die Fenster geklebten Regenbogenbildern ihr Verständnis für die Situation deutlich zum Ausdruck bringen, indem sie so das Daheimbleiben auch nach außen hin signalisieren, zum Schutz aller, obwohl es viel schöner wäre bei diesem traumhaften Wetter ausgelassen auf dem Spielplatz zu spielen. Mutmacher sind für mich alle Alltagshelden, seien es die Klinik- und Pflegemitarbeiter, die Einzelhandelskräfte und Logistikmitarbeiter, die Menschen in der Telefonseelsorge die verängstigen Menschen neuen Mut schenken, oder jeder einzelne an sich der seine Mitmenschen unterstützt, indem er Ihnen nachbarschaftliche Hilfe anbietet.

Wenn Sie nicht arbeiten müssen, womit beschäftigen Sie sich dann derzeit am liebsten?

Um die Seele etwas baumeln lassen zu können, verbringe ich meine Freizeit mit der Gestaltung und Umsetzung unseres Corona bedingten Gartenprojekts – das ist eine gute Ablenkung in der aktuellen Zeit und den Mehrwert hieraus werden wir dann wahrscheinlich in unserem Sommerurlaub daheim genießen können. Ansonsten entspanne ich mit meinen Liebsten im Feierabend auch gerne bei einem gut gekühlten Getränk gemütlich im Garten, in die Abendsonne blickend und dabei hören wir die neusten Songs und sind dankbar dafür gesund zu sein und arbeiten zu dürfen, um andere Hilfsbedürftige zu unterstützen.

Das muss mal gesagt werden!

Ich persönlich möchte diese Gelegenheit nutzen um auch meinen persönlichen Dank an alle Personen zu richten, die momentan für uns da sind – es ist unglaublich, was momentan geleistet wird, um den Alltag weitestgehend aufrecht erhalten zu können.

Die zum aktuellen Klassiker gewordene  #StayAtHome Parole möchte ich an dieser Stelle wirklich nochmals allen ans Herz legen, damit wir die Pandemie bald möglichst weiter in den Griff bekommen. Durch diese Disziplin aller haben wir zusammen schon so vieles geschafft in der letzten Zeit. #StayPositive #StayTogheter indem ihr Abstand haltet.

Danke für das Gespräch – bleiben Sie gesund!

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Landesverband Baden-Württemberg

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit rund 1.900 Beschäftigten, mehr als 2.300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 114.000 Fördermitgliedern eine der großen Hilfsorganisationen in Baden-Württemberg und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich.

Weitere Informationen zum „Essen auf Rädern“ erhalten Sie unter www.johanniter.de/menueservice oder der gebührenfreien Servicenummer 0800 0191414.

Foto: Kathrin Gomez, Sachgebietsleiterin Menüservice für die Standorte Aalen, Göppingen, Heidenheim und Schorndorf.

 

PM Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Ostwürttemberg Dienststelle Göppingen

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