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Qualität im Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg: Bilanz zum „Aktionsplan Schienenverkehr“

Vor einem Jahr herrschte Krisenstimmung in Baden-Württemberg. Zugausfälle und mangelhafte Pünktlichkeit auf mehreren Strecken waren für viele Fahrgäste inakzeptabel geworden. Auf Initiative des Verkehrsministers Winfried Hermann MdL entwickelte DB Regio einen 10-Punkte-Aktionsplan, mit dem die Missstände behoben werden sollten. In einer Pressekonferenz am 16. Mai in Stuttgart wurde nun nach einem Jahr Bilanz gezogen. Verkehrsminister Hermann sowie Berthold Huber, DB-Vorstand Personenverkehr, und David Weltzien, DB-Vorsitzender Regionalleitung Baden-Württemberg, stellten sich den Fragen: Welche Maßnahmen wurden umgesetzt? Was hat sich verändert? Was muss noch getan werden?
„Seit der Vorstellung des 10-Punkte-Plans im Juli 2017 haben wir uns auch auf den kritischen Linien wie Filstal-, Bodenseegürtel- und Remsbahn spürbar verbessert, was die Themen Pünktlichkeit, Qualität und Zugausfälle angeht“, sagte Minister Winfried Hermann. „Die Kooperation mit der Deutschen Bahn war dabei auf allen Ebenen konstruk-tiv und lösungsorientiert.“
„Wir haben schon einiges erreicht und werden auch weiterhin mit voller Energie an ei-nem besseren Regionalverkehr arbeiten, der den Ansprüchen von Kunden, Besteller und DB genügt“, so Berthold Huber. „Alle Maßnahmen des Aktionsplanes wurden umgesetzt.Bei der Entschuldigungsaktion von DB Regio wurden insgesamt 1,8 Millionen Euro an 14.000 Fahrgäste ausgezahlt, externe Werkstätten wurden zur Unterstützung herangezogen und Nahverkehrstickets wurden für den Fernverkehr freigegeben.“
Deutschlandweit erklärten sich 30 Triebfahrzeugführer bereit, in Baden-Württemberg auszuhelfen und dem Stammpersonal wurden attraktive Zukunftsperspektiven geboten.

Zum Beispiel konnte im Filstal die Pünktlichkeit durch Fahrplananpassungen und eine zusätzliche Fahrzeuggarnitur je nach Tageszeit zwischen 5 und 10 Prozent erhöht werden. Auf der Bodenseegürtelbahn sind seit März zusätzliche Verstärkerzüge im Einsatz, ab Mitte 2019 werden dort sogar Neufahrzeuge eingesetzt. „Das Land hat auch hier die Rahmenbedingungen geschaffen für einen Neustart. Verlorenes Vertrauen muss zurückgewonnen werden,“ betonte Minister Hermann.
„Weitere Maßnahmen sind in der Pipeline“, ergänzte David Weltzien, „um nur ein paar Beispiele zu nennen: Wir werden die Arbeitsabläufe in der Fahrzeug-Bereitstellung vor Abfahrt der Züge so verbessern, dass wir künftig planmäßig aus dem kritischen Knoten Ulm rauskommen. In Heilbronn, wo wir keine Werkstatt haben, werden in Kürze regelmäßig mobile Instandhalter eingesetzt. Sie können Schäden vor Ort beheben, damit Züge gar nicht erst in die Werkstatt müssen. Es bleibt dabei: Es sind viele kleinere Aktionen, die das gesamte System stabilisieren.“
Im Gegensatz zu den vielen erfreulichen Nachrichten zeigt die Frankenbahn von Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg aber auch die noch offenen Baustellen. Trotz aller Anstrengungen konnte die Pünktlichkeit bisher nicht deutlich gesteigert werden. Die als überlastet gekennzeichnete Rheintalbahn mit internationalen Fern- und Güterzügen und vielen externen Einflüssen weist im Regionalverkehr teilweise bessere Pünktlichkeits-werte aufals die Frankenbahn. Hermann weiter: „Ich fordere hier nochmal von allen Be-teiligten, dass weitere Ansätze gesucht werden, um auch hier die Pünktlichkeits-Zielwerte des Landes von 94 Prozent zu erreichen. Dazu müssen wir auch den Infrastrukturbetreiber mit an den Tisch holen, um die vom Land geplanten Angebotsauswei-tungen auch zuverlässig und attraktiv an den Markt zu bringen. Mein Ministerium wird hier die Initiative ergreifen.“

ANHANG 1 Pressemitteilung Jahresbilanz SPNV-Qualität

PM Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

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