Salach: Hofelich führt Politik- und Wirtschaftsdelegation nach Südamerika an

Staatssekretär Peter Hofelich unternimmt derzeit eine sechstägige Delegationsreise nach Südamerika. Ziel der Reise ist es, die wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Chile sowie Brasilien auszubauen. Neben politischen Gesprächen stehen Gespräche und Begegnungen mit Vertretern aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und berufliche Bildung im Fokus. Begleitet wird Hofelich von einer Delegation aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

„Chile und Brasilien gehören zu den wichtigsten Handelspartnern für Baden-Württemberg in Südamerika“, sagte der Staatssekretär. „Chile zeichnet sich nicht zuletzt als bedeutender Rohstoffproduzent aus, insbesondere verfügt es über die weltweit größten Kupfervorkommen.“ Seit dem Jahr 2013 bestehe eine Partnerschaft zwischen Deutschland und Chile, die vor allem auf eine Zusammenarbeit im Bereich der mineralischen Rohstoffe abziele.

„Mit dem Bundesstaat Paraná in Brasilien pflegt Baden-Württemberg seit 30 Jahren sehr gute Kontakte. Zwischen dem Industrieverband von Paraná und dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft besteht außerdem eine Vereinbarung, die 2014 von Minister Dr. Schmid und Industriepräsident Campagnolo unterzeichnet wurde. Ziel ist es, den Technologiertransfer und die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen in beiden Ländern zu fördern“, sagte Hofelich.

Neben politischen Gesprächen stehen auch Besuche wissenschaftlicher Einrichtungen auf dem Programm der Delegation, im Mittelpunkt stehen die Themen Automobil, Erneuerbare Energien und Umwelttechnik. Zu diesem Zweck führt die Delegation Gespräche unter anderem mit dem Präsidenten des Industrieverbandes von Paraná; sie besucht ein Innovationsinstitut in Curitiba/Paraná, das sich mit Batterieforschung beschäftigt und mit der Handwerkskammer Ulm zusammenarbeitet, und in Santiago de Chile eine technische Sekundarschule, die mit Unterstützung der Gottlieb Daimler Schule in Sindelfingen die erste Mechatronikerausbildung in Chile eingeführt hat.

Außerdem treffen die Teilnehmer aus Baden-Württemberg die Delegation der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, neben einem gemeinsamen Empfang in Santiago de Chile findet dort auch eine gemeinsame Kooperationsbörse statt.

Hintergrund

Chile rangiert auf Platz drei unter den Handelspartnern von Baden-Württemberg in Südamerika. Im Jahr 2014 betrugen die Ausfuhren rund 264 Millionen Euro. Die Einfuhren nach Baden-Württemberg beliefen sich auf rund 103 Millionen Euro.

Zwischen Deutschland und Chile bestehen langjährige Verbindungen, seit 1990 wurden die Beziehungen ausgebaut. Eine enge Zusammenarbeit vor allem im Bereich der mineralischen Rohstoffe und auch des Bergbaus besteht seit dem Jahr 2013, als das Deutsch-Chilenische Forum für Bergbau und mineralische Rohstoffe gegründet wurde. Mit etwa 30 Prozent der Vorräte verfügt Chile über die größten Kupfervorkommen der Welt. Insgesamt werden rund 5,5 Millionen Tonnen Kupfer pro Jahr produziert – rund ein Drittel der Weltproduktion. Weitere bedeutende Rohstoffe aus Chile sind Molybdän, Rheniium, Gold und Silber, außerdem Lithium und Nitrate.

Neben einigen kleineren Investments von mittelständischen Unternehmen sind auch große Konzerne aus Deutschland in Chile vertreten.

Wichtigster Handelspartner Südamerikas für Baden-Württemberg ist Brasilien. Die Ausfuhren lagen im Jahr 2014 bei rund 1,7 Milliarden Euro, die Einfuhren bei etwa 704 Millionen Euro. Die Wirtschaft in Brasilien ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, steckt derzeit allerdings in einer Rezession.

Brasilien und Deutschland pflegen seit vielen Jahren gute Beziehungen. Die erste Deutsch-Brasilianische Handelskammer wurde bereits 1916 in Sao Paulo gegründet. Mehr als 1200 deutsche Unternehmen sind in Brasilien aktiv, darunter etwa 200 Firmen aus Baden-Württemberg – vor allem aus der Automobilbranche, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Medizintechnik, der Umwelttechnik, dem Bereich der Erneuerbaren Energie sowie der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft.

PM

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