Pandemieforschung: Wissenschaft ist systemrelevant und ein umfassendes Forschungsprogramm unerlässlich

Zur Ankündigung eines Nationalen Netzwerks mit Universitätskliniken erklärt Kai Gehring, Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule:

Wissenschaft und Forschung sind gerade in Krisenzeiten systemrelevant. Einmal mehr wird offenkundig, dass Investitionen in Gesundheitsforschung bestens investierte Mittel sind. Das von Bundesministerin Karliczek angekündigte Forschungsnetzwerk zur Stärkung der Universitätsklinika ist ein guter Anfang, denn die Unikliniken sind Herzstück und zentrale Schnittstelle unserer Gesundheits- und Forschungslandschaft. Es ist zu hoffen, dass sich möglichst viele Universitätsklinika daran aktiv beteiligen.

Diese Initiative darf aber auf keinen Fall das Ende der forschungspolitischen Fahnenstange sein: Es braucht jetzt schnell ein breites Forschungsprogramm gegen Pandemien, das unsere Gesundheitsforschung insgesamt in der Krise stärkt und sie für künftige rüstet. Neben Universitätskliniken leistet auch Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen herausragende öffentliche Gesundheitsforschung und gerade in der Krise Großes. Auch diese müssen direkt und stärker von der Förderung der Forschungsministerin profitieren. Denn viele Fragen zur Ausbreitung des Coronavirus sind noch immer offen. Neben der Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungsverfahren müssen die Testsystem e ausgeweitet werden. Für ein wissenschaftsbasiertes Exit-Szenario zur verantwortungsvollen Rücknahme der Kontaktsperren ist umfassendes Wissen unerlässlich.

Unser Partner Frankreich hat jüngst angekündigt, mit Investitionen von fünf Milliarden Euro einen großen Schub in seine Gesundheitsforschung zu setzen. Dagegen wirken die Ankündigungen des Bundesforschungsministeriums unambitioniert und bescheiden. Solche Vorstöße sind gut, aber ein starkes gemeinsames europäisches und internationales Vorgehen in der Forschung wäre jetzt wichtiger denn je. Denn kein Land kann diese Krise allein durchstehen. Auch das angekündigte Nationale Netzwerk des Forschungsministeriums muss darum auf europäische Vernetzung setzen und Forschungsergebnisse mit europäischen Forschungseinrichtungen von Beginn an austauschen.

PM BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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