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Öko-Modell made in Klosterneuburg

Nicht nur die Festsitzung des Klosterneuburger Gemeinderats, auch der Besuch einer innovativen Firma zählte zu den Höhenpunkten eines Gemeinderats- und Verwaltungsbesuchs unter Leitung von Oberbürgermeister Guido Till in der niederösterreichischen Partnerstadt.

„Was ist ein Politiker alleine wert?“ fragte Klosterneuburgs Bürgermeister Mag. Stefan Schmuckenschlager und beantwortete die Frage gleich selber: gemeinsam sei es leichter, die Herausforderungen, vor denen auch Klosterneuburg stehe, zu meistern. Ein-Personen-Haushalte seien die häufigste Wohnform, doch diese Isolierung sei gefährlich; es bestehe das Risiko, dass weite Teile für Empathielosigkeit anfällig werden. Klimaveränderungen, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz seien die großen Zukunftsthemen: „Wenn nun aber menschliches Denken und Handeln ersetzt wird, werden wir Menschen die Hauptbetroffenen dieser Veränderung sein. Für manche wird es neue Berufsfelder geben, aber andere werden ewig zurückbleiben und auf der Verliererseite stehen. Diese Folgen dürfen und können wir nicht vernachlässigen.“ Das Basis-Einkommen werde wohl eine Grundbedingung für sozialen Frieden in einem neuen Gesellschaftsvertrag werden. Darum müsse alles getan werden, dass die hier lebenden Menschen auf der Siegerseite stehen. „Es gibt viele Chancen, auf der Siegerseite zu stehen“, bekräftigte Schmuckenschlager. Wichtig sei zum einen die Infrastruktur für zukunftsfähige Unternehmen, zum anderen die Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit. Letzteres wurde einmal mehr mit der Ehrung zahlreicher verdienter Persönlichkeiten im Rahmen der Festsitzung umgesetzt; Ersteres werde mit dem Weg zur Wissenschaftsstadt Klosterneuburg fortgesetzt. So werde die Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau 2018 einen Pilotversuch zum Einsatz von Drohnen zum vorbeugenden Schutz vor Schädlingen durchführen; die Ansiedelung des Umweltbundesamtes werde 500 weitere Arbeitsplätze mit sich bringen.

 

Naturnah schwimmen

„Wir haben uns mit unseren Partnern rund um den Globus dem sorgsamen Umgang mit dem Lebens- und Genussspender Wasser verschrieben“, fasste DI Peter Petrich, Geschäftsführung und Technische Leitung der Biotop GmbH in Klosterneuburg, die Firmenphilosophie beim Besuch der Göppinger Delegation zusammen. BM Schmuckenschlager hatte die Firma für eine Besichtigung ausgesucht, um den Inhalt seiner Festrede vom Vorabend zu veranschaulichen. Das 1985 gegründete Unternehmen mit Lizenznehmern in Europa und Übersee hat Swimming-Teiche und Living-Pools entwickelt, die Baden in natürlichem Wasser ermöglichen. Das Prinzip des Swimming-Teiches: Statt das Wasser mit Chlor zu desinfizieren, wird es von natürlichen Seepflanzen gereinigt. Petrich empfiehlt, je eine Hälfte der Wasserfläche für die pflanzliche Reinigung und für den Schwimmbereich vorzusehen – vorgeschrieben ist eine Reinigungsfläche von einem Drittel. Dieses Prinzip lasse sich auch, sofern ausreichend Platz vorhanden ist, auf Schwimmbäder anwenden. Wer weniger Platz aufwenden möchte oder „Angst“ vor der Natur hat, kann einen klassischen Swimming-Pool auch als Living-Pool, ohne chemische Klärung, ausstatten oder gar umrüsten lassen. Über 5.000 Badeanlagen wurden seit der Firmengründung weltweit nach diesem Prinzip errichtet, zum großen Teil mittels Lizenznehmer in Europa, der Türkei, Australien, USA und Kanada.

Namens der Göppinger Delegation dankte Oberbürgermeister Guido Till für den Einblick in das ökologische Unternehmen, darüber hinaus aber auch für die beeindruckende Gastfreundschaft, mit der die Gäste von den Klosterneuburgern betreut wurden.

Foto: Biotop-Geschäftsführer DI Peter Petrich, links neben OB Guido Till, führte die Besucher/-innen durch sein Unternehmen.

PM

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