Salach erhält als Modellkommune Auszeichnung für wegweisende Zukunftskonzepte

Bei einer gelungenen Festveranstaltung am 30.09.2015 unter dem Titel „Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften in unseren Städten und Gemeinden“ zeichnete Jürgen Lämmle, Ministerialdirektor im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, 20 Städte und Gemeinden für die Entwicklung wegweisender kommunaler Zukunftskonzepte aus.

ManagementverfahrenDie Modellkommunen haben gemeinsam mit ihrer Bürgerschaft Konzepte für den demografischen Wandel entwickelt, um Familien zu entlasten, ältere Menschen zu unterstützen und Neubürger willkommen zu heißen. Vor Ort entstehen Familien- und Mehrgenerationenhäuser, Bürgergemeinschaften und Generationen-netzwerke, Welcome Center und Willkommenspatenschaften. Die ausgezeichneten Städte und Gemeinden haben hierzu im Rahmen des Landesprojekts „Managementverfahren familienfreundliche, bürgeraktive und demografiesensible Kommune“, das im Auftrag des Sozialministeriums durchgeführt wird, eine zwölfmonatige Vor-Ort-Begleitung sowie ergänzende Beteiligungs- und Qualifizierungs-veranstaltungen erhalten. Das Kommunale Managementverfahren arbeitet damit wie ein Audit im Unternehmensbereich.

„Es ist uns gemeinsam gelungen, die Bürgerinnen und Bürger verstärkt dafür zu gewinnen, an der Gestaltung des demografischen Wandels und der Zukunft ihrer Kommune mitzuarbeiten“, so Lämmle. „Die Projekte, die derzeit entstehen, sind sehr vielversprechend. Mit der heutigen Auszeichnung wollen wir hierzu weiteren Ansporn geben“, sagte Lämmle bei der Überreichung der Zertifikate. Ausgezeichnet wurden Allmersbach im Tal, Bad Saulgau, Bad Wildbad, Buchen, Burgstetten, Emmingen-Liptingen, Forbach, Friedenweiler, Güglingen, Ingersheim, Külsheim, Künzelsau, Lahr, Müllheim, Salach, Spraitbach, Steinmauern, Sulz am Neckar, Unlingen und Unterensingen.

Bei der Ehrung im Neuen Schloss unterstrich Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Vorsitzender der Altenberichtskommission der Bundesregierung, die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements bei der Gestaltung des demografischen und gesellschaftlichen Wandels. Kruse stellte hierzu erste Leitgedanken aus dem Siebten Altenbericht der Bundesregierung vor, der in wenigen Wochen erscheinen wird. Angesichts der rasant fortschreitenden Alterung unserer Gesellschaft bräuchten die Kommunen dringend bürgerschaftliche Netzwerke und sorgende Gemeinschaften, um dem künftigen Hilfe- und Pflegebedarf im Alter gerecht zu werden. Solche ehrenamtlich getragenen Engagement- und Hilfenetzwerke sollen ältere Menschen in Gemeinschaft einbinden, mit Alltagshilfen, Fahrdiensten und Tagesbetreuung begleiten und damit auch pflegende Angehörige entlasten.

„Auch angesichts der Flüchtungssituation wird deutlich, wie es gelingen kann, dass Land, Kommunen und Bürgergemeinschaften gemeinsam Konzepte und Ideen umsetzen“, betonte Lämmle. „Daher freut es mich besonders, dass die Bürgerinnen und Bürger in den Modellkommunen auch zahlreiche Projekte für eine gemeinsame Neubürgerbegrüßung und Willkommenskultur entwickelt haben“, so Lämmle abschließend.

 

Projektinformation

Unter dem Leitmotto „familienfreundlich, bürgeraktiv, demografiesensibel“ unterstützt das Kommunale Managementverfahren Baden-Württemberg derzeit Städte und Gemeinden dabei, die Folgen des demografischen und gesellschaftlichen Wandels anzugehen und gemeinsam mit der Bürgerschaft geeignete kommunale Zukunftskonzepte zu entwickeln.

Das Projekt wird vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, dem Gemeindetag, Städtetag und Landkreistag Baden-Württemberg, dem Kommunalverband für Jugend und Soziales, der Akademie Ländlicher Raum sowie der Familien-Forschung des Statistischen Landesamtes umgesetzt.

Für Oktober 2015 ist eine Neuausschreibung des Projektes geplant. Interessierte Kommunen können hierzu Anmeldeunterlagen anfordern.

Für Salach nahmen Bürgermeister Bernd Lutz, Hauptamtsleiterin Gabriele Dory und Stv. Hauptamtsleiterin Christina Russ die Auszeichnung entgegen.

PM

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