Asiatische Tigermücke: Brutstätte für gefährliche Viren-Wirte lauern in jedem Garten und auf jedem Balkon

Nachdem im vergangenen Jahr die erste Asiatische Tigermücke im Landkreis Göppingen im Uhinger Stadtteil Holzhausen festgestellt wurde, gibt es nun erneut einen Verdachtsfall in Holzhausen. Das Gesundheitsamt und die Stadt warnen davor, die kleinen Insekten zu unterschätzen, da sie Wirte von mehr als 20 Viren sein können und somit gefährliche Krankheiten übertragen können.

Mehrere Tage Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, in seltenen Fällen Entzündungen von Herz oder Leber sowie epileptische Anfälle, wochenlange Muskelschwäche, während der Schwangerschaft Fehlbildungen beim Fötus: Das ist keine Panikmache, sondern sind Symptome bei einer Infektion mit dem Zika-, Dengue-Virus oder West-Nil-Fieber. Das Risiko, an diesen Krankheiten zu erkranken, steigt von Jahr zu Jahr. Auslöser sind die immer wärmer werdenden Temperaturen und ein kleines Insekt, das 20 gefährliche Viren in sich trägt: die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Im vergangenen Jahr wurde das Insekt erstmals im Kreis Göppingen nachgewiesen: im Uhinger Stadtteil Holzhausen. Dass es sich bei dem Fund um eine einmalige Angelegenheit gehandelt haben könnte, ist seit wenigen Tagen ausgeschlossen. Denn in diesem Jahr gibt es erneut einen Verdachtsfund der Asiatischen Tigermücke, ebenfalls in Holzhausen.

Um die Verbreitung der tagaktiven und stark an den Menschen angepassten Mücke zu unterbinden, ist es sehr wichtig, dass jegliche Brutmöglichkeiten im Garten, auf Terrassen und Balkonen beseitigt werden. Zu den bevorzugten Brutstätten der Asiatischen Tigermücke gehören alle Arten von kleinen und stehenden Wasseransammlungen im Garten. Diese entstehen beispielsweise in Blumentopfuntersetzern, Gießkannen, Eimern, Planschbecken oder verstopften Dachrinnen. Da die Eier Trockenheit und auch kalte Winter überstehen können, sollten die Behältern nach dem Auskippen des Wassers gründlich gereinigt werden. Um erneute Wasseransammlungen zu verhindern, empfiehlt es sich, alle Behältnisse umgedreht oder wenn möglich unter einem Dach zu lagern.

„Das ist keine Panikmache, sondern ein Hinweis, der Ernst genommen werden sollte“, macht Markus Malcher, Hauptamtsleiter der Stadt Uhingen, deutlich. Schließlich steige nun einmal das Gesundheitsrisiko allein durch den Umstand an, dass es erneut einen Verdachtsfall der Asiatischen Tigermücke im Uhinger Stadtgebiet gibt und dieses Insekt eben gefährliche Viren übertragen kann.

Damit sich das Insekt, das aufgrund der weißen Streifen beziehungsweise Punkte auffällig ist, nicht hier ausbreitet, bitten die Stadtverwaltung und das Gesundheitsamt des Landratsamts Göppingen um Mithilfe. Wer so eine auffällig gemusterte Stechmücke, die nie größer als ein 1-Cent-Stück ist und weiß gestreifte Hinterbeine hat, sieht, sollte sie fotografieren und die Fotos oder auch die Exemplare an das Gesundheitsamt schicken. Denn die Asiatische Tigermücke ähnelt für Laien der Japanischen Buschmücke oder einheimischen Ringelschnacke, die ebenfalls weiße Markierungen an den Beinen aufweisen. Wie lassen sich diese Mücken voneinander unterschieden? Dazu rät der Verein Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS): Das hintere Beinpaar der Asiatischen Tigermücke besitzt fünf weiße Ringelungen, die Beine sind an ihrem Ende weiß (Mitte). Hingegen besitzt die Japanische Buschmücke nur vier weiße Ringelungen, die Beine sind an ihrem Ende dunkel (links). Die einheimische Ringelschnake besitzt fünf weiße Ringel am letzten Beinpaar, diese sind an ihrem Ende aber dunkel.

Der Verein  KABS informiert zudem, dass das baden-württembergische Sozialministerium in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut im Juni 2016  zur Einschätzung gekommen sei, dass von der Asiatischen Tigermücke die Gefahr einer lokalen Übertragung von Krankheitserregern ausgehe und damit eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit von Menschen als begründet anzusehen sei.

Wurde eine Population der Tigermücke festgestellt, bekämpft die KABS diese mit einem biologischem Wirkstoff, wobei das Einverständnis der Grundstückseigentümer notwendig ist. So kann die Ausbreitung der tagaktiven Asiatischen Tigermücke eingedämmt oder sogar verhindert werden.

Info: Wenn Sie eine Asiatische Tigermücke bei sich vermuten: Senden Sie Fotos der gesichteten Mücken per E-Mail an gesundheitsamt@lkgp.de oder senden Sie ein Exemplar per Post an das Gesundheitsamt Göppingen am  Wilhelm-Busch-Weg 1 in 73033 Göppingen.

Zum Versenden der Mücke sind diese in einen kleinen Behälter wie einer kleinen Cremedose und in einem wattierten Umschlag zu verpacken, sodass das Exemplar nicht beschädigt wird. Nur so kann eine Bestimmung erfolgen. Wer Fotos schickt, den bittet das Gesundheitsamt darum, die erlegte Mücke zum Größenvergleich auf kariertes Papier oder neben eine 1-Cent Münze zu legen.

Die Bestimmung der Mücke ist für Sie kostenfrei. Das Gesundheitsamt Göppingen meldet sich zeitnah bei Ihnen und bittet darum, auf Anrufe zu verzichten.

 

PM Stadt Uhingen

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