AWB setzt auf Motivation der Bevölkerung – Neues Gebührensystem: Mülltrennung lohnt sich – ansonsten wird es teuer!

Wenn die Reform der Müllgebühren zum 1. Januar 2022 greift, halbiert sich bis 2026 das Restmüllaufkommen im Landkreis Göppingen von derzeit 53.000 Tonnen nahezu. Wird dieses Ziel mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger erreicht, die dafür allerdings ihr Trennverhalten teils stark verändern müssen, sinkt deren Müllgebühr bis in fünf Jahren um rund 15 Prozent. Das prognostiziert Dirk Kurzschenkel, Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Göppingen, der das neue System mit entwickelt hat: „Wer jetzt nicht sein persönliches Entsorgungsverhalten ändert und ab nächstem Jahr mit einem geringeren Behältervolumen auskommt, für den wird der Service schon bald empfindlich teurer.“

Einstimmig hat der Kreistag die Reform vor zwei Jahren beschlossen, deren Anliegen Kurzschenkel auf den Punkt bringt: „Ausgemachtes Ziel ist es, die Restmüllmengen im Landkreis drastisch zu reduzieren. Nur wenn dies erreicht wird, gelingt die Transformation von der Abfallwirtschaft hin zur Kreislaufwirtschaft.“ Das mache den Landkreis unabhängiger von den ohnehin knappen Kapazitäten des Müllheizkraftwerks, dessen Verbrennungskosten in den nächsten vier Jahren eher steigen dürften. Zudem bereiten dessen Betreiberfirma insbesondere die nassen Bioabfälle im Restmüll bei der Verbrennung Probleme.

„Auch deshalb haben Küchenabfälle in der Restmülltonne nichts zu suchen, zumal sie separat erfasst, in den beiden Biogasanlagen als Rohstoff zur Energiegewinnung gebraucht werden,“ sagt Kurzschenkel. Das seitherige Gebührenkonzept habe Nachlässigkeit begünstigt, weil das Volumen der Restmülltonnen und die Frequenz der Leerungszyklen zu groß dimensioniert sei. Der Fachmann: „Dann stopft man halt schnell noch Grünschnitt aus dem Garten, Verpackungen aus der Garage oder alte Ordner vom Dachboden in die Restmülltonne, zumal der Leerungsservice ja bezahlt ist.“

Das ändert sich nun mit der Reform, weil erstmals auch kleinere Behälter mit 60 Litern Fassungsvermögen angeboten werden. Außerdem wird nur die Zahl der tatsächlichen Leerungen pro Jahr abgerechnet, wobei mindestens zehn Leerungen berechnet werden. „So wollen wir erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger achtsam mit ihrem Restmüllkontingent umgehen, zumal wir mit gelbem Sack, Biobeutel, Glascontainern und Selbstablieferung auf den Wertstoffhöfen viele unserer Dienste in den letzten Jahren verbessert haben, die das Umdenken und alternatives Handeln erleichtern“, erläutert Kurzschenkel.

Weil die Thematik zugegebenermaßen komplex ist, liegt dem „Wochenblatt“ am 24. Februar flächendeckend eine vierseitige Kundenzeitschrift des AWB bei, die detailliert und verständlich die einzelnen Elemente der Reform darlegt. Zeitgleich erscheint ein Informationsfilm über das neue Sammel- und Gebührensystem. Der Film ist auf der Homepage des AWB unter www.awb-gp.de abrufbar und wird bei der Filstalwelle ausgestrahlt. Herzstück darin ist die im März stattfindende Umfrage zur gewünschten Tonnengröße und der Austausch der bisherigen Tonnen. So können alle ihre Tonnengröße ab dem kommenden Jahr neu bestimmen, zumal die Tonnen nicht mehr selbst gekauft werden müssen. Diese werden vom AWB – aus dem Kunststoff alter Mülltonnen – kostenlos gestellt und sind mit einem Chip versehen sind, mit dem die Leerungen digital erfasst werden. Auf dieser Basis erfolgt Anfang des Folgejahres die finale Abrechnung der Gebühr, vergleichbar der Nebenkostenabrechnung für Strom und Wasser.

Als Faustformel gilt, dass beim Hausmüll das wöchentliche Pro-Kopf-Aufkommen bei nur sechs bis neun Liter Hausmüll pro Woche liegt. Bei einem Ein-Personen-Haushalt ist dieser Wert nur geringfügig höher. Mit diesen Erfahrungswerten kann das benötigte Volumen der künftigen Mülltonne einfach selbst ausgerechnet werden, zumal dieses ja noch mit der Zahl der Leerungen pro Jahr kombinieren werden kann. „Diese Dynamik löst bei den Einzelnen sicherlich den Anreiz zum Sparen aus, ohne dass der Müll gleich illegal entsorgt wird, nur weil eine 60 Liter-Tonne genutzt wird“, sagt der AWB-Chef. Besonders legt er allen die Nutzung der seit Anfang dieses Jahres kostenlos ausgegebenen Biobeutel ans Herz.

Von derzeit jährlich 200 Kilogramm Restmüll pro Person möchten Kreistag und AWB gemeinsam das Müllaufkommen binnen fünf Jahren auf idealerweise unter 100 Kilo senken. Das ist ein Wert, den schon heute jeder sechste Landkreis in Baden-Württemberg erreicht.

Weitere Informationen zur bevorstehenden Systemumstellung sind auch auf der Homepage des AWB unter www.awb-gp.de zu finden.

 

PM AWB Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Göppingen

 

 

 

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