Kommunales Forum der SPD Salach: „An Armut nicht vorbeischauen !“

Im Ort wird ‚Netzwerken‘ der kommunalen und sozialen Organisationen wichtiger

Bessere‚Frühwarnsysteme‘ für Menschen in Armut sind nötig. Die freien Träger sind dafür wichtig. Ein aktiver handelnder Sozialstaat aber genauso.  „Man muss Armut erkennen“, resümierte Andreas Zowislo vom KF-Leitungs-Team beim ‚Kommunalen Forum‘ der Salacher SPD zum Thema ‚Armut in Salach – Bestandsaufnahme und kommunalpolitische Konsequenzen‘. Die Organisatoren zeigten sich hocherfreut, fast 30 Gäste im ‚Glashaus‘ begrüßen zu können. Ganz bewusst wollte man nach den bisherigen Corona-Monaten ein Zeichen setzen für die politische Versammlung und die lebendige kommunale Demokratie.

Für die Rechte und Leistungen im Sozialstaat gab Marco Lehnert, Leiter des Kreissozialamtes, einen informativen Überblick zum Landkreis und zur Gemeinde Salach.Zahlen zu Wohngeld, Sozialhilfe, Eingliederungshilfe,  Grundsicherung im Alter, Hilfe zur Pflege, Arbeitslosengeld II jeweils zum Landkreis und zur Gemeinde zeigten, daß es in den letzten Jahren langsame, für Salach dabei meist unterdurchschnittliche Anstiege, bei Arbeitslosigkeit auch einen Rückgang gab. Gesetze der CDU/SPD-Koalition halfen zudem: das Wohngeldstärkungsgesetz. Das Angehörigenentlastungsgesetz bei der Pflege. Nun aber leiten wirtschaftliche Krise und Corona-Pandemie möglicherweise eine andere Phase ein. „Durch Corona wird manches sichtbar“ merkte später jemand in der Diskussion an. Interessant die Arbeit der Schuldnerberatung, die Frau Eisele vorstellte. Nicht bei ‚verschuldet‘ sondern bei ‚überschuldet‘ setzt das 4er-Team an und entwirft nach gründlicher Analyse und Beratung „Lösungen für Entschuldung“. Frau Kapinus vom Haus Linde berichtete von der sozialen Realität der Wohnungslosigkeit und die Angebote des ‚Haus Linde‘ Alles beeindruckende Vorträge, welche von der neuen Geschäftsführerin der AWO Kreis Göppingen abgerundet wurde. Sie zeigte mit einem „Perspektivwechsel“ auf, was die Corona-Pandemie heute schon an sichtbaren Folgen hat, die uns nicht ruhen lassen können. Kurzarbeit gehe in „die Mitte der Gesellschaft“. Ältere Frauen mit jahrzehntelang geringfügigem Einkommen und junge Alleinerziehende mit migrantischem Hintergrund sah sie als besonders kritische Gruppen. Da Sprachkurse nicht mehr stattfanden, sei „alles wieder weg“, da es keine Kontakte gegeben habe.  Und: „Ich  sehe jetzt Leute, die seit 3Wochen dasselbe an haben“.

Grosses Interesse dann bei der Diskussion. Der Scheinwerfer richtete sich nun ganz auf Salach.  „Welche Fäden sollen wir spinnen ?“ fragte Edeltraud Frey. Claudia Becker, auf dem Rathaus verantwortlich für ‚Soziales’ stellte Grundsätze heraus. Etwa: „Wir wollen, daß jedes Kind in unserer Gemeinde täglich eine warme Mahlzeit hat“. Friedemann Messer wies darauf hin, daß ab 2022 der ÖPNV barrierefrei sein muss. Fraktionsvorsitzender Werner Staudenmayer konnte festhalten, daß in Salach nun endlich mit dem Bau von Geschoßwohnungen mit sozialen Mieten wieder begonnen wird. Aufhorchen bei der Information Von Herrn Lehnert: „Salach zahlt 3,6 Mio Kreisumlage. Bewohner der Gemeinde erhalten vom Landkreis 3,47 Mio Sozialleistungen“.  GR Alex Gaugele und Andi Zowislo beendeten gemeinsam mit GR Peter Hofelich einen nach Meinung vieler Teilnehmer, darunter auch VdK, Kirche oder AWO, wertvollen Abend und hielt fest: „Wir wollen als Sozialdemokraten nicht die Almosen-Gesellschaft, sondern setzen uns für auskömmliche und zeitgemäße soziale Leistungen ein. Wir wollen aber auch Staatsbürger, die einen demokratischen Staat, der aktiv handelt, auch positiv anerkennen !“

 

PM SPD Salach

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