Aus dem Gemeinderat Hattenhofen

Kneippen erlaubt

Das Kneippbecken am Sauerbrunnen wird ab sofort wieder geöffnet. Dies bestätigte BM Jochen Reutter auf Nachfrage eines Gemeinderates.

Rathaus öffnet

Ab 20. Juli öffnet das Rathaus wieder, zu neuen, geänderten Zeiten. Terminvereinbarung, welche von den meisten Rathaus-Kunden als sehr positiv bewertet wurde, wird nach wie vor empfohlen. Darüber informierte Hauptamtsleiter Norbert Baar. Siehe separaten Artikel in dieser Ausgabe.

Jagd: Zuschuss für Nachtsichtgerät

Hattenhofens Jagdpächter und Landwirte beschaffen für die nächtliche Wildschein-Jagt ein Nachtsichtgerät. Die Gemeinde übernimmt als einmaligen Zuschuss einen Anteil von 50 Prozent der Beschaffungskosten, die Kosten für die Gemeinde liegen bei rund 2.000 Euro. Dies hat der Gemeinderat nicht-öffentlich mehrheitlich beschlossen.

Vereine: Gemeinde stellt Hilfsfond

Durch einen gemeindlichen Hilfsfonds stellt die Gemeinde Mittel für die von der Corona-Krise wirtschaftlich gebeutelten Vereine und Organisationen bereit. Über diesen nicht-öffentlichen Beschluss des Gemeinderats informierte BM Jochen Reutter. Die örtlichen Organisationen, die wegen des Ausfalls von Veranstaltungen teils erhebliche Einnahmeverluste hatten, müssen entsprechende Unterlagen vorlegen.

Neue Website geht an den Start – Dank an ehrenamtliche Betreuer

Nachdem Design und Seitenstruktur schon seit zwei Jahren stehen, wird die neue Website voraussichtlich am 14. Juli online gehen. Darüber informierte Hauptamtsleiter Norbert Baar. Es sei sehr viel Arbeit gewesen, die Seiten neben dem Tagesgeschäft mit Inhalt und Leben zu füllen. Dies habe im letzten halben Jahr überwiegend eine Kollegin aus dem Bürgerbüro übernommen. Der Mehrwert – neben der moderneren Struktur – bestehe unter anderem in einem interaktiven Ortsplan sowie in der Zuordnung von Service – BW zu den Tätigkeiten des Rathauspersonals. Der Sprecher bedankte sich bei Renate und Jürgen Heim, die Ende der 1990er Jahr die bisherige Website aufgezogen und über zehn Jahre betreut hatten. Bei schwierigen Themen unterstützten sie die Verwaltung bis heute.

Ortsdurchfahrten: Aus für Radarsäulen

Die Gemeinde wird keine stationären Radarsäulen zur Verkehrsüberwachung im Ort kaufen und installieren. Dies hat der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung einstimmig beschlossen. Bei der Diskussion um die Einrichtung weiterer Tempo 30-Zonen in den Ortsdurchfahrten hatten sowohl Gemeinderäte als auch Bürgerinnen vorgeschlagen, in der Zellerstraße und in der Hauptstraße stationäre, beidseitig messende Radarsäulen aufzustellen. Eine solche Säule kostet mit Fundament – und Stromanschlussarbeiten rund 55.000 Euro. Vom Landkreis kam die klare Aussage, erläuterte Hauptamtsleiter Norbert Baar, dass dieses als

Untere Verkehrsbehörde keine Radarsäulen installieren wird. Die Behörde tauscht lediglich die vorhandenen alten „Starenkästen“ gegen diese moderne Technik aus. Die Gemeinde müsste also die Kosten für Kauf, Installation und Unterhaltung selbst tragen. Die Bußgeldeinnahmen allerdings gingen an das Landratsamt. Vor diesem Hintergrund, wegen der nur punktuellen Wirkung von Radarsäulen und vor allem angesichts der wirtschaftlichen Einbrüche in der Corona-Krise riet die Verwaltung vom Kauf dieser Überwachungsgeräte ab. Der Gemeinderat teilte diese Meinung. BM Jochen Reutter verwies abschließend auf die zahlreichen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Ort, die die Gemeinde in den letzten Jahrzenten durchgeführt hat.

Einwohner stellen viele Fragen

Eine Reihe von Fragen hatten zwei Besucher an den Bürgermeister. Ein Bürger bat darum, eine zusätzliche Straßenleuchte in der Bruckwiesenstraße, am Feldweg nach Zell u.A. aufzustellen. BM Reutter will dies mit dem Energieversorger prüfen. Die Obstbäume, welche privat geerntet werden dürfen, wird die Gemeinde mit einem farbigen Band versehen. Dies war die Antwort auf die zweite Frage des Bürgers.

Ein weiterer Bürger hatte gleich sieben Themen, wo er um Stellungnahme der Verwaltung bat. Warum die Erzieherinnen bei einer Sturmwarnung im Februar zuhause blieben und die Kinder nicht betreuten, diese Frage wird BM Reutter prüfen und schriftlich beantworten. Während des Faschings liegt in der Sillerhalle der Schutzboden aus, deswegen findeen in der Zeit dort kein Kinderturnen, kein Schulsport und kein Vereinssport statt, so BM Reutter auf die zweite Frage. Man könne den Boden nicht individuell verlegen und wieder abnehmen. Warum falle im Kindergarten das Obstprogramm aus, sobald eine Erzieherin fehlt? so die nächste Frage. Bei Personalproblemen könne die Gemeinde leider nicht jeden Elternwunsch erfüllen, so BM Reutter. Schon vor dem Corona-Lockdown habe man die Kinder nicht vor dem Kindergarten spielen lassen, sondern nur in der seiner Meinung nach „übersichtlichen“ Außenspielanlage, so der Fragesteller. Dies erfolge aus Sicherheitsgründen, so BM Reutter, da schon mehrere Kinder ausgebüxt seien und man dann richtig Ärger mit den Eltern bekommen habe. Aus Sicherheitsgründen gebe es daher, abgesehen von Spaziergängen zur Walterhütte im Oberholz, nur noch das Spielen im eingezäunten Außenbereich des Kindergartens – der übrigens im Vergleich zu anderen Gemeinden alles andere als „übersichtlich“ sei. Warum werde derzeit in der Kita kein Essen ausgegeben und müsse man die Getränke selber mitbringen? so die nächste Frage. Und bekämen die Eltern ihr Tee-Geld zurück? Letzteres konnte BM Reutter bejahen – auf Antrag. Angesichts der strengen Hygienevorgaben sei man froh, dass man den Kindergartenbetrieb überhaupt von sieben Uhr bis 14 Uhr wieder anbieten könne. Die Gesundheit der Kinder stehe im Vordergrund. Nach den Sommerferien könne man hoffentlich wieder auf Normal-Betrieb schalten. Warum mussten die Erzieherinnen ihren Urlaub nach zehn Wochen Kindergartenschließung ausgerechnet über Pfingsten nehmen? so der Bürger. Da man jetzt und für den künftigen Betrieb alle Erzieherinnen brauche, so BM Reutter, habe man diese während Corona und teilweise über Pfingsten in den Jahresurlaub geschickt. Dass die Turnhallen in Baden-Württemberg im Allgemeinen und in Hattenhofen im Besonderen während der Ferien geschlossen sind, kenne er aus seiner Heimat nicht, so der Fragesteller, was sei der Grund? Unter anderem deswegen, so BM Jochen Reutter, weil man nur einen Hausmeister habe, der in den Sommerferien seinen Jahresurlaub nehmen müsse. Und bei den Schließzeiten in den anderen Ferien, wo auch Kindergarten und Schule geschlossen sind, könne man Unterhaltungsarbeiten durchführen.

Rektorin informiert über Aktuelles aus der Schule – Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen

Über den Schulbetrieb kurz vor, während und nach dem Corona-Lockdown informierte die neue Schulrektorin Ines Bunth. Aktuell besuchen 90 Schülerinnen und Schüler die Grundschule, in der Abschlussklasse 4 sind 16 Schülerinnen und Schüler. 23 Kinder sind kommende Erstklässler. Zwei Lehrkräfte verlassen die Schule, eine Lehrkraft in Vollzeit konnte gewonnen werden. Personell sei die Grundschule gut versorgt, so Frau Bunth. In der Technik AG setzt die Schule verstärkt auf den Einsatz von iPads. Ein vor Corona begonnenes Zirkusprojekt stieß auf große Begeisterung bei den Kindern und soll unter Umständen im Schulprofil verankert werden. Die Abschlussvorstellung konnte wegen Corona leider nicht mehr öffentlich erfolgen, zumindest für die Kinder sei es ein trotzdem schöner Abschluss vor der Schulschließung gewesen. Nachdem die Schulleitung zunächst gehofft hatte, nach den Osterferien könne es mit dem Schulbetrieb weitergehen, musste man sich auf das Fernlernen über Apps, Videos und Onlinesprechstunden beschränken. Wo zuhause die entsprechende Technik nicht vorhanden war, konnten die Pläne in Papierform in der Schule abgeholt werden. Mittlerweile findet ein Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen statt, das heißt, alles außer Singen und Sport wird unterrichtet. In den Klassen ist kein Abstandgebot mehr, aber die Klassen selber sollen sich nicht mischen.

BM Jochen Reutter verwies darauf, dass laut Kultusministerium im neuen Schuljahr in allen Schulen wieder Vollbetrieb gefahren werden soll. Parallel soll die Digitalisierung der Schulen optimiert werden. Die technischen Voraussetzungen in der Hattenhofer Grundschule sind vorhanden. Sollte es in der Grundschule zu Infektionen kommen, bestimme sich der Umfang der Schließung nach der individuellen Situation. Nach den Sommerferien werde man auch wieder Mittagessen anbieten. Reutter bedankte sich bei Schulleiterin Ines Bunth und deren Team für die geleistete Arbeit und den regen Austausch während der Schulschließung.

Gemeinderat für Schulsozialarbeit – Fachkraft vom SOS-Kinderdorf

Dass es auch „auf dem Land“ und in überschaubaren Einheiten nicht nur heile Welt gibt, zeigte der Bericht der Schulleiterin, zusammen mit der Sozialpädagogin Beate Wagner vom SOS-Kinderdorf in Göppingen, zum Thema „Schulsozialarbeit“. Auch in Hattenhofen gebe es Entwicklungen, so BM Jochen Reutter, die präventive Maßnahmen brauchen. Es gehe um die Zukunftschancen der Jugend. Die drei großen Themen der Zukunft seien Digitalisierung, Klimaschutz und Bildung. Für letztere schlug Reutter dem Gemeinderat vor, zusammen mit Nachbarkommunen in Hattenhofen die Schulsozialarbeit einzuführen. Der Anteil für Hatten-hofen würde rund 20 Prozent betragen und kostet die Gemeinde im Jahr rund 7.500 Euro. Hierfür wird es auch Fördermittel des Landkreises und des Landes geben. Die Personalgestellung erfolgt über das SOS-Kinderdorf Göppingen. Nach ein bis zwei Jahren wird die Stelle evaluiert.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, in Hattenhofen Schulsozialarbeit einzuführen.

Immer mehr Kinder verhaltensauffällig

Die Anforderungen an die Kinder seien heute anders, so Ines Bunth, viele brauchten mittlerweile Hilfe außerhalb der Familie. Die Schule übernehme mittlerweile einen großen Teil der Sozialisation, nicht zuletzt durch die Ganztagesschule als Lebens- und Sozialisationsort. Frau Bunth verwies auf eine hohe Heterogenität in den Klassen, vielfältige Familienkonstellationen, unterschiedliche Erziehungsstile, kulturelle Unterschiede und den hohen Stellenwert digitaler Medien. Dies führe zu Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsstörungen, Kontaktproblemen und Schulängsten. Manche Kinder kämen schon aggressiv zur Schule. Die individuelle Betreuung fresse viel Lernzeit und beeinträchtige den Bildungsauftrag. Daher müsse man früh ansetzen und die Kinder ernst nehmen. Bei familiären Problemen könne man auch in die Familien reingehen. Es sollen die Persönlichkeit und die Alltagskompetenzen der Kinder gestärkt werden. Soziale Benachteiligungen sollten ausgeglichen werden. Auch Mobbing spielt eine Rolle. Ein Vorteil von externen Sozialarbeitern sei deren Vernetzung mit Fachämtern und Behörden.

Zunächst sieben Stunden die Woche

Die für Hattenhofen vorgesehenen etwa sieben Stunden pro Woche halte sie zunächst für ausreichend, so Fachfrau Beate Wagner auf Nachfrage aus dem Gemeinderat. Man werde das auf zwei größere Blöcke in zwei Tagen verteilen. Ansonsten müsse man die Entwicklung abwarten. Mehrere Gemeinderäte sprachen sich für die Einführung der Schulsozialarbeit aus, die sei wichtig und richtig, die Kosten seien überschaubar. Aufstocken könne man immer noch. Lieber solle man, so ein Gemeinderat, das Geld woanders einsparen. Es gehe auch darum, so ein weiterer Sprecher, die Lehrkräfte zu entlasten. Sozialarbeiter seien neutral und hätten keinen Einfluss auf die Zensuren. Ein Gemeinderat sprach das Problem des Mobbings an. Wenn sich ein Kind hier an die Schulsozialarbeiterin wende, so Beate Wagner, spreche man zunächst nur vertraulich mit dem Kind, mit niemand anderem. Es sei denn, man befürchte eine akute Gefährdung oder das Kind wolle die Einbindung weiterer Personen. Es dauere, hier ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Jedenfalls gebe man den Kindern immer das Gefühl, das sie nicht übergangen werden.

 

PM Gemeindeverwaltung Hattenhofen

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