Klare Zahlen: Mobile Gaming macht Computerspiele salonfähig

Der klassische Computerspieler ist jung, männlich und meidet die Außenwelt. So lautet zumindest das Klischee, das nach den jüngsten Entwicklungen längst überholt ist. Denn dank mobiler Spiele für Smartphones und Tablets ist der digitale Spielspaß in die Mitte der Gesellschaft gerückt.

Deutschland spielt – digitales Freizeitvergnügen für alle Altersklassen

SpieleAlleine in Deutschland spielen rund 30 Millionen Menschen Computerspiele. Das entspricht rund 42 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahre – Kinder sind also nicht einmal mit eingerechnet. Noch beeindruckender ist der Blick auf die Geschlechterverteilung: 42 Prozent aller Spieler sind weiblich – von einer Männerdomäne kann also keine Rede mehr sein.

Das Smartphone hat einen großen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet. Dank dem klugen Handy, das ohnehin jeder besitzt, wird keine spezielle Hardware (also PC oder Konsole) mehr zum Spielen benötigt. Der Zugang ist also einfacher denn je und bedenkt man, wie viele kostenlose Mobile Games es inzwischen gibt, erklärt sich der Erfolg fast von selbst.

Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie viel Geld inzwischen im Markt steckt: Von 2009 bis 2014 konnte die Branche ihren Umsatz von 5,6 auf 11,4 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppeln. Und da der Smartphone-Absatz ebenso wie die Tablet-Verkäufe weiter steigt und die mobilen Endgeräte immer leistungsfähiger werden, scheint der Gipfel noch lange nicht erreicht.

Breitgefächertes Angebot als Basis

Die zunehmende Verbreitung von mobilen Spielen hat zu einer Evolution der Branche geführt. Diese manifestiert sich in den verschiedenen Kategorien von Spielen:

Casual Games: Einfache Spiele, die spontan und ohne große Einarbeitungszeit gespielt werden können. Dank des unkomplizierten Einstiegs zeigt sich bei diesen Spielen die große Altersspanne, die das Mobile Gaming inzwischen umfasst: So bezeichnen sich 25 Prozent aller Deutschen zwischen 50 und 64 Jahren als regelmäßige Spieler.

Core Games: Spiele, die ihren großen PC- und Konsolenvorbildern in Sachen Spieltiefe nacheifern. Hier ist vor allem die junge Generation sehr aktiv, doch auch reifere Altersgruppen entdecken langsam die Möglichkeiten für sich.

Casino Games: Das Glücksspiel ist längst auf Mobilgeräten angekommen und verbucht dort starke Zahlen. Mithilfe von Willkommensboni und anderen finanziellen Anreizen wird der Einstieg möglichst attraktiv gemacht; folglich sind auch hier alle Altersgruppen vertreten. Nicht zuletzt wegen mobilen Casino-Spielen vermelden echte Spielbanken schon seit Jahren sinkende Umsätze.

Die Zukunft: Virtuelle Realitäten werden weitere Spieler anlocken

Weitere Innovationen wie VR-Brillen sind gerade erst unterwegs und deuten an, dass das Spielvergnügen der Zukunft eine ganz neue Ära einleiten könnte. Da sämtliche Endgeräte Schnittstellen zueinander besitzen werden, profitieren auch mobile Spiele von der kommenden Technologie. Diese wird – zumindest am Anfang – eine so bahnbrechende Neuerung sein, dass selbst Menschen, die eigentlich nicht zur Spielerschaft gehören, die Möglichkeiten mit eigenen Augen erkunden wollen. Ab diesem Punkt ist der Schritt zum weiteren Marktwachstum nicht mehr allzu groß; parallel zu weiteren mobilen Trends wie Augmented Reality wird das Smartphone also noch stärker in den Alltagsmittelpunkt rücken.

Bild: © istock.com/Pamela Moore

PM

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