Das sagen die Buchmacher für die Fußball-Weltmeisterschaft voraus

Diesmal mussten die Fans fast viereinhalb Jahre warten, doch jetzt ist es so weit. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar läuft auf Hochtouren. Die Gruppenspiele sind ebenso absolviert, wie die ersten Begegnungen der K.-o.-Phase. Jetzt zeigt sich, wo die Buchmacher vor dem Start des Turniers richtig lagen und wo nicht.

Das Event wurde von der Branche bereits sehnlichst erwartet, schließlich gelten Fußball-Weltmeisterschaften als Cashcow für jeden Sportwettenanbieter. In Deutschland verzeichnete der Markt bereits im Jahr 2019 Umsätze von mehr als neun Milliarden Euro. Der Löwenanteil holt sich König Fußball.

Das runde Leder regiert die Sportwetten-Branche

55 Prozent aller Sportwetten im Land entfallen auf das runde Leder. Tennis, als zweitbeliebteste Sportart, liegt mit einem Anteil von 17 Prozent schon weit abgeschlagen auf Platz zwei. Gewettet wird sowohl in Wettlokalen als auch online. Die Branche hat die technischen Möglichkeiten des Internets früh erkannt und setzt verstärkt auf mobiles Wetten. Vor allem die Sportwetten Apps erobern die Branche im Sturm. Sie geben den Kunden rund um die Uhr Zugang zum Angebot und das ohne technische Einstiegshürden.

Die Buchmacher ermitteln ihre Quoten auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten. Ihr Wissen in Kombination mit Beobachtung der Entwicklung der spielerischen Leistung fließt in die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten ein. Diese ergeben Wettquoten, die wahrscheinliche Ergebnisse in der Zukunft abbilden.

Prognose und Realität klaffen auseinander

Doch schon vom Start weg, wollte sich die Realität nicht so ganz an die Prognosen halten. Co-Favorit Argentinien startete ebenso mit einer Niederlage ins Turnier, wie Deutschland. Doch während sich die Südamerikaner von dem Schock erholten, kam die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick nicht mehr in die Gänge. Nach einem Remis gegen Spanien reichte auch ein mühsam erkämpfter Sieg gegen den Außenseiter Costa Rica nicht mehr auf den Aufstieg.

Entgegen allen Prognosen musste Deutschland die vorzeitige Heimreise antreten. Das überraschte nicht nur Fans und Medien, sondern auch die Sportwettenanbieter, die Deutschland zum engeren Favoritenkreis gezählt hatten. Als Sechster der Favoritenliste hieß es für den neuen Bundestrainer und seine Spieler frühzeitig Abschied nehmen. Dieses Schicksal erlitt auch ein weiterer Favorit bereits nach der Gruppenphase. Belgien konnte in diesem Turnier nie überzeugen und schied nach drei Spielen sang- und klanglos aus.

Doch damit waren die Überraschungen noch lange nicht zu Ende. Schon als Deutschland im dritten Gruppenspiel auf einen Sieg von Spanien gegen Japan setzte, folgte der große Dämpfer. Der ehemalige Welt- und Europameister patzte gegen Japan und erlitt bereits im Achtelfinale einen weiteren Schock. Gegen Marokko musste Spanien zuerst ins Elfmeterschießen und verlor dieses haushoch. Damit waren bereits zum Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaften drei von neun Teams ausgeschieden, denen die Buchmacher den Sieg in Katar zugetraut hatten.

Die Top-Favoriten überzeugen bisher

Ganz anders hingegen entwickelte sich die Fußball-Weltmeisterschaft für die Top-Favoriten. Brasilien tanzte durch das Turnier, Argentinien erholte sich von der Auftaktniederlage und überstand die weiteren Herausforderungen. Während Frankreich und England noch bei der UEFA Nations League alles andere als überzeugen konnten, drehten die beiden Teams in Katar auf und lieferten überzeugende Begegnungen.

Diesen vier Teams räumen die Buchmacher jetzt die besten Chancen auf den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft ein. Brasilien nimmt dabei weiterhin eine Vormachtstellung ein, schließlich wartet ein ganzes Land auf den insgesamt sechsten Titel des Rekordweltmeisters. Doch schon bisher zeigte dieses Turnier, dass es sich nicht an die Buchform hält. Das könnte auch weiterhin der Fall sein, wenn es den Niederlanden und Portugal gelingt, weiterhin so stark zu spielen.

Nutzt Ronaldo seine letzte große Chance?

Beide Mannschaften galten als Teil eines erweiterten Favoritenkreises von insgesamt neun Teams. Diese Teams konnten diese Einschätzung der Buchmacher bisher eindrucksvoll untermauern. Bei Portugal überrascht vor allem, dass sich die Mannschaft nicht ausschließlich auf Superstar Cristiano Ronaldo verlassen muss, sondern mit jungen Talenten überzeugen kann. Der Altstar hingegen, der sich weiterhin auf der Suche nach einem neuen Verein befindet, hat schon kraft seiner Persönlichkeit die Chance, seine Kollegen zum Erfolg zu treiben.

Das demonstrierte er bereits einmal im Finale einer Fußball-Europameisterschaft. Damals verletzte sich Ronaldo kurz nach Spielbeginn und war gezwungen, die Entscheidung von der Bank aus zu verfolgen. Dort übernahm er kurzerhand das Kommando und peitschte seine Mannschaftskollegen vom Spielfeldrand aus zum Triumph.

Eine Chance für die Außenseiter?

Kroatien und Marokko waren die beiden großen Überraschungen im Achtelfinale. Wobei dies im Fall von Kroatien nur bedingt zutrifft. Bereits vor vier Jahren kämpften sich das kleine Land bis ins Finale vor, wo es allerdings vor der spielerischen Übermacht von Frankreich passen musste. Doch auch diesmal gelang es Luka Modric und Co. für Aufsehen zu sorgen. Die Buchmacher sehen jedoch nur wenig Chancen, dass es den Kroaten gelingen wird, neuerlich so weit zu kommen. Marokko erwies sich bereits einmal als Favoritentöter, daher steigt die Spannung im Duell gegen Portugal.

Mbappé überstrahlt alles

Ziemlich einig sind sich die Experten hingegen, was den Torschützenkönig der Fußball-Weltmeisterschaft betrifft. Hier zeigt sich der französische Superstar Kylian Mbappé bisher in bestechender Form. Trotz des Ausfalls zahlreicher Superstars, wie Paul Pogba oder Karim Benzema, steckt der Titelverteidiger diese scheinbar mühelos weg. Das liegt auch an der herausragenden Form von Mbappé. Nach fünf Toren führt er die Torschützenliste in Katar an und gilt als Favorit auf den Titel des Torschützenkönigs. Das ist ganz im Sinne der Gastgeber, schließlich verdient der Franzose sein Geld bei Paris Saint-Germain. Der Millionenklub befindet sich im Besitz von Katar, ein Erfolg von Mbappé käme Katar daher sehr gelegen.

Kurz vor den letzten Entscheidungen steigt die Spannung jedenfalls deutlich an. Zum Finale am 18. Dezember wird sich zeigen, ob die Experten mit ihren Prognosen richtig lagen, oder ob ein Außenseiter in Katar gewinnen wird.

PM

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