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Sonntagsgedanken: Was ist Freiheit?

Mit der Urlaubszeit verbinden wir gerne das Gefühl der Freiheit. Wir unterstehen nicht mehr dem Takt der Arbeit. Wir können ausschlafen, den Tag nach unseren Interessen gestalten. Und wenn wir dann im Flieger sitzen, ist da nicht „über den Wolken die Freiheit grenzenlos“?

Gefühle der Freiheit kommen bei Sonnenschein im Cabrio auf, im Sattel eines Motorrads oder auf dem Rücken eines Pferdes, wenn wir die Landschaft genießen und uns eine erfrischende Brise um die Nase weht. Bei Wanderungen haben wir Freiheitsgefühle gerne auf Berggipfeln, wenn alles zu unseren Füßen liegt und wir einen besonderen Ausblick in die weite Ferne genießen oder dann im Partyrummel, wo wir uns ganz vergessen können und bis zum Abwinken tanzen. Ja, mit dem allen verbinden wir so etwas wie Freiheit, ein Gefühl, das uns aus der Enge des Alltags herausführt und uns besonders erfahren lässt, wie schön das Leben ist. Und doch, so können wir leicht überprüfen, sind alle diese Freiheitserfahrungen nicht jedem wirklich vergönnt. Manche erleben ihren Urlaub nicht als Zugang zur Freiheit, sondern als Belastung, dann nämlich, wenn ich mit meiner freien Zeit nichts anzufangen weiß. Und über den Wolken und auf Berggipfeln stellt sich das Gefühl der Freiheit nur ein, wenn ich keine Flug- und Höhenangst habe. Und selbst auf der fröhlichsten Party unter vielen Menschen kann ich mich sehr einsam und verlassen vorkommen. Da ist dann von Freiheitsgefühlen wenig zu spüren. Wir merken also: Manchmal können die äußeren Bedingungen für Freiheitserfahrungen optimal sein und doch sind wir weiter bedrückt und fühlen uns wie „gefangen“. Im Wort „Angst“ steckt das Wort „Enge“. Dort, wo Ängste, Sorgen, Enttäuschungen und Schuldgefühle unser Leben bestimmen, bleiben wir weiter gefangen. So sieht es zumindest die Bibel und ich denke, sie hat darin völlig recht. Frei sind wir erst dann wirklich, wenn wir uns bedingungslos geliebt wissen: geborgen, gehalten und von aller Schuld befreit von unserem Gott. Das gibt mir die innere Freiheit, das, was uns tatsächlich an Freiheitsmomenten in unserem Leben geschenkt wird, auch zu genießen, mich wirklich frei zu fühlen.

Ich wünsche Ihnen schöne Sommertage und das Gefühl umfassender Freiheit

Tobias Schart, ev. Pfarrer in Bad Boll

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