Land fördert Modellprojekt: Flächendeckende Information in Echtzeit im öffentlichen Personennahverkehr – Fahrgäste werden über Anschlüsse, Verspätungen und Störungen informiert

Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) hat im Rahmen des Landesförderprogramms „Nachhaltig mobile Region Stuttgart (NaMoReg)“ ein Modellvorhaben des VVS bezuschusst, mit dem die flächendeckende Einführung von Echtzeitinformationen im gesamten Verbundraum realisiert wird.

Auch private, mittelständische Busunternehmen im ländlichen Raum können nun Echtzeitinformationen generieren und den Fahrgästen über die Informationsmedien des VVS zur Verfügung stellen. Landesverkehrsminister Winfried Hermann dankte im Rahmen einer Landespressekonferenz am Donnerstag (23. April 2015) dem VVS und den beteiligten Verkehrsunternehmen für ihr Engagement: „Dieses Projekt zeigt, dass Echtzeitinformationen auch bei kleineren Busunternehmen erzeugt werden können.“ Echtzeitinformationen seien, so der Minister, „gerade im ländlichen Raum“ besonders wichtig, weil dort der Bus nicht alle fünf oder zehn Minuten halten könne.

Im Busverkehr in der Fläche konnten bisher keine Informationen über die tatsächliche Betriebslage gegeben werden. Der Grund: Die Busse wurden nicht geortet, außerdem waren in den mittelständischen Busunternehmen keine eigenständigen rechnergestützten Betriebsleitsysteme (RBL) zum Soll-Ist-Vergleich des Fahrplans verfügbar. Solche Systeme waren für kleinere Verkehrsunternehmen bisher zu aufwändig und die Fördermöglichkeiten hierfür waren eingeschränkt.

Die Grundlage für das Modellvorhaben war die Entwicklung einer regionalen Datendrehscheibe. Dies ist eine Plattform, die die Echtzeitinformationen aus den verschiedenen Betriebsleitsystemen der Verkehrsunternehmen bündelt, mit der elektronischen Fahrplanauskunft (EFA) verknüpft und an diverse Auskunftmedien (z.B. Bordrechner im Bus, Fahrplananzeiger an der Haltestelle, Fahrplanauskunft im Internet oder auf einer App) weitergibt. Die Datendrehscheibe wurde vom VVS bereits im Jahr 2010 – mit Unterstützung des Landes im Rahmen des ÖPNV-Innovationsprogramms – realisiert. Zunächst wurden die Echtzeitdaten der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) und DB Regio an die Datendrehscheibe angebunden. Zu diesem Zeitpunkt fehlten noch die Daten der mittelständischen Busunternehmen.

Die Echtzeitdaten werden den Kunden auf verschiedenen Wegen zur Verfügung gestellt. In der EFA werden Soll- und Ist-Fahrplan angezeigt. Bei Verspätungen werden Anschlüsse neu gerechnet. „Die allermeisten Kunden informieren sich über unsere App“, berichtet VVS-Geschäftsführer Horst Stammler.

Jedes Unternehmen, das Echtzeitdaten zur Verfügung stellt, hat auch den Anspruch, die Echtzeitdaten der anderen Unternehmen im VVS zu erhalten. Daher können jetzt auch S-Bahn-Anschlüsse auf den Bordrechnern der Busunternehmen angezeigt werden, damit der Busfahrer entscheiden kann, ob er ggf. noch auf eine verspätete S-Bahn wartet.

Die Verkehrsunternehmen können die gewonnenen Echtzeitdaten auch zur Analyse von Verspätungen und zur Optimierung von Fahrplänen nutzen. „Wir haben über die Auswertung der Echtzeitdaten festgestellt, bei welchen Fahrten und an welchen Orten regelmäßig Verspätungen auftreten. Damit konnten wir schon eine Gemeinde überzeugen, die Ampelsteuerung umzuplanen, um dem Bus Vorrang zu geben“, berichtet Horst Windeisen, Geschäftsführer des Omnibusverkehrs Ruoff (OVR).

PM

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