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Sicherheitspersonal an Flughäfen: Warnstreik am Donnerstag auch in Stuttgart

ver.di ruft die Beschäftigten des Sicherheitspersonals am Flughafen in Stuttgart zu einem ganztägigen Warnstreik am Donnerstag, dem 10. Januar 2019, auf. Auch in Düsseldorf und Köln-Bonn wird morgen gestreikt. Die Streiks werden in Stuttgart mit der ersten Frühschicht gegen drei Uhr aufgenommen. Wie schon am Montag in Berlin ist auch an diesen Standorten mit starken Einschränkungen im Luftverkehr zu rechnen.

Damit erhöht ver.di den Druck auf den Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS), der auf das starke Signal der Beschäftigten durch die Warnstreiks in Berlin-Tegel und Schönefeld am Montag nicht reagiert und noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot avisiert hat.

ver.di hatte bereits im Dezember Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt, in den Weihnachtsferien aber aus Rücksicht auf Familien nicht gestreikt.

In Stuttgart werden die Beschäftigten der FraSec Fraport Security GmbH, zuständig für die Passagierkontrollen und der Firma Securitas Aviation Service GmbH, zuständig für die Personal-, Waren- und Frachtkontrolle, zum Streik aufgerufen. Die Streikversammlung findet ab ca. 8:00 Uhr im DGB-Haus in Stuttgart statt.

Eva Schmidt, zuständige ver.di Landesfachbereichsleiterin: „Mehr als 700.000 Passagiere Zuwachs in 2018 haben dem Flughafen Stuttgart über zehn Millionen Euro Gewinn und den Sicherheitskräften erheblich mehr Kontrollen beschert. Diesen Job machen sie trotz der ständig steigenden Belastung so gut, dass der Flughafen sogar mit der hohen Kundenzufriedenheit wegen der relativ kurzen Wartezeit bei den Sicherheitskontrollen für sich wirbt. Die gute Arbeit der Beschäftigten am Flughafen gehört gut bezahlt.“

Vor Weihnachten hieß es kurz, die Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen in Stuttgart seien das Ziel eines konkreten Terroranschlags.

„Die Angst bei denen, die am Stuttgarter Flughafen täglich für unsere Sicherheit arbeiten, ist geblieben. Die kann ihnen auch keiner mehr nehmen. Umso mehr gilt: Unsere Sicherheit hat gerade in Zeiten mit erhöhtem Sicherheitsrisiko ihren Preis.“

Die Streiks stehen im Zusammenhang mit bislang vier erfolglosen bundesweiten Tarifverhandlungen zwischen dem BDLS und ver.di. Die Arbeitgeber hatten in der letzten Verhandlungsrunde am 20./21. Dezember 2018 ihr Angebot für eine Entgelterhöhung lediglich von 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit erhöht. Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer soll erst nach fünf Jahren beendet sein. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro brutto. Das bislang vorliegende Angebot der Arbeitgeber beläuft sich auf eine Erhöhung von rund 40 Cent.

„Auf dieser Grundlage ist ein Tarifkompromiss nicht möglich“, betont ver.di-Verhandlungsführer Benjamin Roscher. „Die Beschäftigten der Luftsicherheitsunternehmen müssen für ihre schwere und verantwortungsvolle Aufgabe eine deutlich höhere Entlohnung erhalten.“

Die Arbeitgeber hätten auch nach dem Streik der Beschäftigten an den Berliner Flughäfen die Möglichkeit gehabt, ein verbessertes Angebot vorzulegen. Den Arbeitgebern sollte klar sein, dass die Beschäftigten bereit und in der Lage sind, für ihre Forderungen einzutreten, so Roscher weiter. Sollte es weiterhin kein verbessertes Angebot geben, seien auch weitere Streiks nicht auszuschließen.

Die Verhandlungen werden am 23. Januar in Berlin fortgesetzt.

 

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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