Göppingen: Und jährlich grüßt der Kornberg

Man nehme neun motivierte Auszubildende der Stadtverwaltung Göppingen, deren Ausbildungsbeauftragte Katrin Beischer, genauso viele Rechen und Heugabeln, den städtischen Umweltbeauftragten Gunnar Herbert, und schon konnte es losgehen: Am Samstag fand die alljährliche Pflegeaktion der „Wacholderheide am Kornberg“ statt.

Azubis pflegen WacholderheideErst seit ein paar Monaten ist die Stadt Göppingen mit ihren Auszubildenden in diese Pflegepatenschaft eingestiegen, die der Naturkundeverein Göppingen schon seit 18 Jahren inne hat – der Verein hatte dringend nach Unterstützung gesucht und in den Azubis gefunden hat. Geplant ist künftig ein jährlich wiederkehrender Pflegeeinsatz der städtischen Auszubildenden.

Die Heide am Südhang des Kornbergs misst 1,25 Hektar und ist geprägt durch magere, kalkreiche Böden, was sich auch in der Pflanzenvielfalt widerspiegelt. Entsprechend sind die dort vorkommenden Pflanzen sehr trockenheitsverträglich. Gerade diese besondere Pflanzenvielfalt ist Jahr für Jahr, sowohl für Klein als auch für Groß, wunderschön anzusehen und ein Charakteristikum der Schwäbischen Alb. Die Wacholderheide ist ursprünglich durch Schafsbeweidung entstanden. Nur durch regelmäßige Pflege kann eine Verbuschung mit anschließender Verwaldung verhindert und damit diese einmalige Kulturlandschaft erhalten werden.

Bei der Pflegeaktion ging es nun richtig zur Sache. Das Mähgut wurde von Hand zusammengerecht und auf großen Haufen am unteren Rand gestapelt. Man kommt dabei recht kräftig ins Schwitzen. Und es handelt sich dabei auch mal um eine ganz untypische Verwaltungstätigkeit, die hier zu erledigen ist. Doch die ganze Arbeit, die Schweißperlen auf der Stirn, und alles was dazu gehört, ist durchaus der Mühe wert. Wenn das Mähgut nicht entfernt wird, würde die darunter liegende Grasnarbe ersticken und kahle Stellen auf dem empfindlichen Halbtrockenrasen hinterlassen. Auch trägt das liegen gebliebene Mähgut zu einer Nährstoffanreicherung bei. Gerade aber der nährstoffarme Boden ist Voraussetzung, dass die Pflanzen in ihrer ursprünglichen Art wachsen und auch weiterhin bestaunt werden können.

Zum gemeinsamen Abschluss gab es vom Naturkundeverein lecker gegrillte Würstchen. Und die Auszubildenden hielten fest, „dass uns die Arbeit in der freien Natur, trotz beginnendem Muskelkater in Armen und Beinen, in einer mal ganz anderen Umgebung anstelle von Verwaltungsgebäude und Schreibtisch, großen Spaß gemacht hat.“ Die Arbeit der „fleißigen Bienen“, so wurden die Azubis von den Vereinsmitgliedern genannt, wird an den kommenden Wochenenden vom Naturkundeverein fortgesetzt.

PM

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