2.000 streiken an Unikliniken im Land – Arbeitsniederlegungen dauern bis Donnerstag an

2.000 Beschäftigte beteiligen sich seit heute Früh an den vier Universitätskliniken an einem viertägigen Warnstreik, um die Arbeitgeber vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde am 1.Dezember zu einem Angebot zu bewegen, das der erheblichen Belastung der Beschäftigten durch die Inflation gerecht wird. Viele weitere Beschäftigte müssen auf ihr Streikrecht verzichten, um die Notdienste in den Kliniken für eine sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten aufrecht zu erhalten.

Auch in Ulm gelang es ver.di schließlich gestern in langen Verhandlungen, die Notdienste wie an den anderen drei Standorten über eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber zu regeln. An allen vier Standorten finden täglich Aktionen und Kundgebungen statt. Irene Gölz, ver.di Verhandlungsführerin, sagte auf der Kundgebung in Heidelberg: „Wenn wir jetzt nicht so viel Inflation wie möglich dauerhaft ausgleichen, dann schleppen wir einen schweren Rucksack mit uns in die Tarifrunden des nächsten Jahrzehnts. Wir werden dann immer nur darum kämpfen müssen, die Folgen der Inflationsjahre, die ja hoffentlich ab 2024 wieder vorbei sind, auszugleichen. Deshalb ist es richtig, diesen Konflikt jetzt zu führen und nicht zu vertagen. Und ist es gut, dass die Beschäftigten der Unikliniken diesen Konflikt offensiv und selbstbewusst austragen. Ihre Arbeit ist es wert. Die Arbeitgeber können am Donnerstag diesen Konflikt mit einem anständigen Angebot beenden.“ Aufgrund der Warnstreiks müssen Patient:innen in dieser Woche mit Einschränkungen rechnen. Viele elektive Maßnahmen müssen verschoben werden. Die Kliniken laufen aber mindestens auf Wochenendbetrieb. Alle dringend notwendigen Behandlungen erfolgen. Gölz: „Das Grundrecht auf Streik gilt auch in Kliniken. Wir verhandeln in diesem Herbst unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen.

Dass die Arbeitgeber nach den dreitägigen Warnstreiks Ende Oktober ihr Angebot strukturell sogar verschlechtert haben, zwingt uns zu dieser besonderen Verschärfung. Wenn die Arbeitgeber nun sagen, der Warnstreik ginge massiv zu Lasten der Patientinnen und Patienten, irritiert uns das. Dann wäre dies an jedem Wochenende der Fall. Eine Verschiebung der Einkommenserhöhungen auf Juli 2024 geht definitiv massiv zu Lasten der Beschäftigten.“

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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