Meisterfeier-Splitter (Folge 4): Die total andere – ein Vorgeschmack auf die Meisterfeier des Handwerks am 23. Oktober 2020

Die erfolgreichen Jungmeister des aktuellen Jahrgangs erhalten seit vielen Jahren bei der Meisterfeier des Handwerks in Stuttgart ihren Meisterbrief. In diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr wird es aber außergewöhnlich. Rund 650 Handwerker werden bei einer „Online-Veranstaltung“ per Live-Stream am 23. Oktober für ihre Leistungen gewürdigt.

Lesen Sie in den Meisterfeier-Splittern, was es mit dem Jahrgang, den Jungmeistern und der Veranstaltung auf sich hat.

Zahlen – Daten – Fakten

Aus 28 Gewerken kommen die rund 650 jungen Meister, die am 23. Oktober ihren Meisterbrief erhalten werden. Bei der Feier im vergangenen Jahr wurden insgesamt 692 Meister geehrt. Das Elektro- und Metallgewerbe stellt mit 332 jungen Handwerkern aktuell einmal mehr die größte Branche. Davon sind 85 Meister im Kfz-Techniker-Handwerk, 64 Installateur- und Heizungsbauermeister, 49 Maler- und Lackierermeister sowie 35 Elektrotechnikermeister. Mit drei Absolventen stellt das Ofen- und Luftheizungsbauer-Handwerk eine kleine aber feine Branche dar. Bei den Orgel- und Harmoniumbauern waren vier Absolventen erfolgreich. Die Schilder- und Lichtreklamehersteller sowie die Sattler und Feintäschner brachten es auf jeweils sechs Absolventen.

Der Ministerpräsident mit Botschaft an die Jungmeister

Im Rahmen der Veranstaltung wird es neben dem Rotary-Preis Gewinnspiele für alle Meister geben. Zudem sind auch in diesem Jahr prominente Gäste mit dabei: Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Musiker Max Herre werden mit Videobotschaften an die jungen Handwerker eingespielt. Über Live-Votings sowie eine Social Wall sind die Organisatoren im ständigen Kontakt mit dem Handwerkernachwuchs und die Meister werden gemeinsam geehrt. Ganz nach dem Motto: Egal wo du bist – wir machen was Großes draus!

Und die Übergabe der Meisterbriefe?

Im Laufe des Abends wird es eventuell – sofern der Meister vorher seine Einwilligung dazu erteilt hat und die Adresse gut erreichbar ist – an seiner Haustüre klingeln. Viele Meisterbriefe werden dann tatsächlich persönlich zu Hause an der Wohnungstür überreicht. Natürlich unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften.

Nach der Prüfung gleich ins Ehrenamt

Selina Werner gehörte zu den Besten ihres Fachs. Vor drei Jahren schloss sie ihre Meisterprüfung in Stuttgart im Friseur-Handwerk als Bestmeisterin mit der Note 1,4 ab. Dann kam noch die Qualifizierung zum Betriebswirt des Handwerks an der Bildungsakademie der Handwerkskammer obendrauf. Mit all ihrem Wissen möchte die junge Meisterin aus Sulgen andere Haarspezialisten bei der Meisterausbildung nun begleiten. Aus dem Plan wurde Wirklichkeit. Einmal in der Woche schlüpft Selina Werner nämlich in die Rolle einer Dozentin an der Meisterschule für Friseure in Stuttgart. Zum Thema Salonmanagement kann sie aus Theorie und Praxis berichten.  „Ich möchte mit meinen Tipps die angehenden Meister auf ihrem Karriereweg begleiten – das macht nicht nur Spaß, sondern bringt mich ständig weiter, weil auch ich immer dazulernen kann.“ Ob Engagement in der Meisterschule oder im Prüfungsausschuss – „das kann ich jedem nur empfehlen“, sagt die hochdekorierte Haarspezialistin.

Die Macher hinter den Meistern

Ein viertel Jahrhundert haben sich zwei Prüfer für das Zimmerer-Handwerk eingesetzt. Für ihre 25-jährige Tätigkeit im Meisterprüfungsausschuss wurden sie von der Stuttgarter Handwerkskammer geehrt. Martin Rost aus Ludwigsburg und Markus Brosi aus Großbottwar erhielten Urkunden und Geschenke.

Hospitanz beim Zimmerer-Meister

Nur Meisterbriefe zu unterschreiben war Thomas Hoefling zu wenig. Der Hauptgeschäftsführer der Stuttgarter Handwerkskammer wollte in die Materie der Betriebspraxis tiefer einsteigen und warf bei der Meisterfeier im vergangenen Jahr in Stuttgart die Frage ins Publikum, wo er wohl eine Hospitanz in einem Handwerksbetrieb absolvieren könne – Gewerk egal. Eine Einladung ließ nicht lange auf sich warten. Jetzt stand er vor wenigen Wochen im Zimmerer-Outfit auf dem Betriebsgelände der Göppinger Holzhaus Zimmerei. Die beiden Firmenchefs Dietrich Burchard und Gregor Sparr waren wohl mit dem handwerklichen Talent des Kammerchefs zufrieden. „Besonders beeindruckt hat mich der starke Zusammenhalt im Handwerk, der deutlich zu spüren war“, berichtet Hoefling. „Auch ist es bemerkenswert zu sehen, wie ein Unternehmen, das vor rund 25 Jahren bei Null gestartet ist, mit der richtigen Führung zu einem erfolgreichen Betrieb gewachsen ist“, so der Kammerchef. Bei der Zusammenarbeit mit den beiden Geschäftsführern und seinen neuen Team-Kollegen, erfuhr Hoefling so einiges Neues über die Holzverarbeitung, nachhaltige Dämmmaterialien oder die Wichtigkeit von Ausweicharbeiten bei Regenwetter. „Das Praktikum hat mir wieder einmal gezeigt, wie vielseitig, kreativ und kompetent das Handwerk in der Region Stuttgart ist.“

Wie wirken sich die aktuellen Entwicklungen auf die Meisterfeier aus?

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat bedauerlicherweise einen neuen Höchststand erreicht. Aus diesem Grund müssen wir schweren Herzens unsere Public-Viewing-Locations in Stuttgart und in den Landkreisen im Bezirk der Handwerkskammer Region Stuttgart aufgeben. So gerne wir die Erfolge der jungen Meister vor Ort gefeiert hätten, sind wir uns bewusst, dass das Wohlergehen und der Schutz jedes Einzelnen oberste Priorität haben. Der Live-Stream findet aber auf jeden Fall statt. Also – zu Hause bequem machen und den Abend unter den aktuell geltenden Auflagen genießen. Der Link zum Stream ist unter

www.hwk-stuttgart.de/meisterfeier2020 zu finden. Klicken Sie rechtzeitig rein. Wir beginnen am Freitag, 23. Oktober 2020, um 19 Uhr.

 

PM Handwerkskammer Region Stuttgart

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