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ver.di führt Mitgliederbefragung zum Tarifergebnis an den Unikliniken durch

Die ver.di Tarifkommission für die vier Unikliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm hat heute in Karlsruhe beschlossen, den ver.di-Mitgliedern die Annahme des Tarifergebnisses zu empfehlen und deshalb dazu eine Mitgliederbefragung ab der kommenden Woche durchzuführen.

ver.di Verhandlungsführerin Irene Gölz: „Am Dienstagabend ist es uns mit dem Rückenwind von fast 3.000 streikenden und demonstrierenden Beschäftigten gelungen, ein Verhandlungsergebnis zu erzielen, das auf große Zustimmung bei den Beschäftigten stößt. Wir konnten das bisherige Arbeitgeberangebot um 2,1 Prozent verbessern und die Laufzeit um acht Monate verringern. Das nun erreichte Ergebnis ist wirklich gut, aber auch komplex. Deshalb werden wir an allen Standorten unsere Mitglieder ausführlich informieren und anschließend befragen.“

Die Tarifkommission wird auf Basis des Ergebnisses der Befragung am 3. Dezember abschließend entscheiden, ob das Tarifergebnis angenommen wird.

Das Verhandlungsergebnis im Detail:

Das Verhandlungsergebnis vom 5. November würde allen Arbeitnehmer*innen eine Erhöhung der Monatsgehälter um 4,1 Prozent ab 1. November 2019 bringen. Tabellenwirksam werden wegen der Kompensation der Kosten für einen neue Entgeltordnung 3,1 Prozent. Ab 1. Februar 2021 gibt es weitere 3,0 Prozent. Die Laufzeit beträgt 28 Monate.

Alle Pflegenden, einschließlich Krankenpflegehelfer*innen, würden nach dem Verhandlungsergebnis 200 Euro zusätzlich zum Monatsgehalt bekommen und zwar ab Januar 2020. Es konnte durchgesetzt werden, dass hierfür Beiträge in die betriebliche Altersversorgung eingezahlt würden, was später die Rente erhöht.

Der Gesetzgeber hatte den Sozialpartnern – durch das Pflegepersonalstärkungsgesetz mit der Möglichkeit zur Refinanzierung den Auftrag erteilt, die Pflege am Bett zu stärken. ver.di konnte in den Verhandlungen erreichen, dass auch Berufsgruppen, für die die Refinanzierung nicht im Gesetz vorgesehen ist, diese 200 Euro erhalten: beispielsweise die Pflegenden auf Intensivstationen, im OP, in den Ambulanzen und Herzkatheterlaboren sowie auch Krankenpflegehelfer*innen.

Nach den beiden Erhöhungen des Monatsgehaltes plus der zusätzlichen Pflegezulage und mit der neuen Entgeltordnung bekäme eine Pflegefachkraft ab Januar ein Einstiegsgehalt von rund 3.400 Euro. Das ist bundesweit einmalig.

Für die Auszubildenden soll es eine Erhöhung der Entgelte um 80 Euro ab 1. November 2019 und weitere 50 Euro ab 1. Januar 2021 geben. Zusätzlich soll eine Prämie zum Berufsstart für alle Azubis bei Übernahme in ein Arbeitsverhältnis von 450 Euro geben sowie je drei freie Lerntage für das 1. und 2. Ausbildungsjahr.

Es gibt eine Zusage, im kommenden Jahr über einen Tarifvertrag alternsgerechtes Arbeiten im kommenden Jahr zu verhandeln.

ver.di wollte mit den Arbeitgebern in dieser Tarifrunde auch darüber sprechen, wie Arbeitszeit zu ungünstigen Zeiten höher bewertet werden kann. Die Arbeitgeber waren nicht bereit, darüber zu verhandeln.

 

PM  ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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