Bericht zum Mobilitätstraining der Verkehrswacht Göppingen vom 06.06.15:

Zur Erklärung: Man führt die Übungen mit dem eigenem Gefährt durch, weil man das Fahrzeug bereits kennt und mit den Übungen Kenntnisse erweitert.

Von Matthias Winke

Matthias Winke 1Beginnend um 9.00 Uhr in der früh mit pünktlicher Ankunftszeit durften wir unsere Fahrzeuge zunächst in einer Reihe aufstellen um zunächst einmal theoretisch ein paar Dinge abzuklären.

Wir sollten uns einmal das Gelände anschauen und die Hütchenstellung beachten. Sodass der Einzelne auch auf etwaige Gefahren oder zum Stoppen aufgefordert werden kam vom Leiter, sollten wir mit offenen Fenstern fahren. Weiterführend ging es um das greifen des Lenkrades  und die richtige Sitzhaltung, da ansonsten beispielhaft schwere Knochenbrüche bei gestrecktem Arm oder Fuß entstehen können durch die Wucht eines Aufpralles.

Nun durften wir in unsere Fahrzeuge einsteigen und der Reihe nach uns an den vereinbarten Startpunkt, dem Slalom, aufreihen. Nach mehreren Durchläufen mit zunehmender Geschwindigkeit sollten wir wieder parken, so wie wir zuvor standen. Einer der Teilnehmer parkte daraufhin rückwärts ein und weitere Teilnehmer taten dies ebenfalls. Der Leiter des Kurses wies uns darauf hin dass der Mensch ein Rudeltier ist und er immer vieles nachahmen muss, was er sieht. In diesem Fall beim einparken nicht negativ, da die Rundumsicht und das Ausparken erheblich einfacher wird, da man vorbeilaufende Fußgänger und spielende Kinder besser beobachten kann. Denn sobald eine Person länger im Auto verweilt(z. B. Ladekabel des Handys anstecken/CD-wechseln) könnte es sein dass hinter dem Auto ein Kind sich hinsetzt und dieses dann übersehen wird.

Matthias Winke 2Bei der nächsten  beeindruckenden Übung sollten wir abschätzen, wie viel Brems- und Anhalteweg ein Auto tatsächlich besitzt. In diesem Fall fiel der Reaktionsweg weg, da der Startpunkt für die Vollbremsung einsehbar ist. Wir konnten mit Kreide auf den Boden einen Strich ziehen und sehen, ob wir richtig lagen mit unserer Vermutung: Eine Übung wurde mit 30 km/h und die zweite mit 50 km/h durchgeführt. Tatsächlich lagen wir durch die Fahrschulkenntnisse bereits ziemlich nah am Bremsweg, denn dieser nimmt mit doppelter Geschwindigkeit um das vierfache zu. Eine Tabelle zum selbigen Thema veranschaulichte dies noch deutlicher. Bei doppelter Geschwindigkeit (in diesem Fall 100 km/h) ist der Reaktionsweg allein so lang, wie der vorherige ganze Anhalteweg bei 50 km/h.

Bei einer ähnlichen Übung ging es darum auf eine bestimmte Distanz so nah wie möglich an eine Querlatte zu fahren. Die Querlatte simuliert sogesehen ein parkendes Auto und soll vermitteln wie viel Distanzzone nicht einsehbar vor dem Auto als Fahrer ist und das das technische Zubehör nicht zwingend genau ist, denn man verlässt sich in der heutigen Zeit immer mehr darauf. Zum Beispiel die Fußgängererkennung oder Park-Distance-Controll.

Im nächsten aufgebauten Pylonenpfad ging es darum wie man richtig überholt, egal ob bei fahrendem Verkehrteilnehmer oder parkendem Auto. Hier wurde noch einmal deutlich hervorgehoben, dass der Schulterblick und das Blinken eine entscheidende Rolle spielen.

Wegführend vom Thema ging es nun um Alkoholgenuss: Der Moderator brachte Brillen mit, die einen Alkoholrausch simulieren. Diese zeigten auch ziemlich deutlich durch die optische Verschiebung, dass Fahren in so einem Zustand nicht mehr möglich ist.

Auch der Spritverbrauch spielt in der heutigen Zeit eine große Rolle, deshalb wurde erläutert, dass ein Auto ausgeschaltet zu 100% Benzin spart. An der stehenden Ampel ist dies auch umsetzbar, denn man kann die Zündung einsetzen lassen, sodass der Motor schneller gestartet werden kann. Dies schont Umwelt und den Geldbeutel des Fahrers.

Praktisch ging es mit dem Einparken in Lücken, Wenden in drei Zügen und seitliches Einparken links und rechts weiter. Da ich dies in der Fahrschule auch bereits gelernt hatte, fiel es nicht sehr schwer. Dies diene nur als Verbesserungsvorschlag und Hilfe für die Zukunft.

Zum Ende der Veranstaltung wurde die gesamte Szenerie noch einmal verändert:

Es wurde ein großer Kreis aufgebaut in dem wir so schnell wie möglich fahren sollten. Der Kreis wurde etwas entfernt vom Stand aufgebaut, sodass ein Sicherheitsabstand entstand. Wir bekamen per Handzeichen mitgeteilt, wann wir aus der Kurve heraus eine Gefahrenbremsung machen sollten. Dies wurde von allen als die spektakulärste und hilfreichste Übung aufgefasst, denn man lernt dadurch die Grenzen kennen, die ein Auto und der Fahrer besitzt. Die Zuschauer konnten am besten sehen, welche kinetische Energien(Kräfte) auf das Fahrzeug wirken und der Fahrer erfuhr die Fliehkräfte. Während das äußere Rad nach unten gepresst wird, wirkt es so als ob das diagonal hinten liegende Rad beinahe sich vom Boden löst. Bei einigen führte dies zu quietschenden Reifen und erhöhtem Gummiabrieb–>Die Grenze war erreicht.

Im Unterschied zu anderen Fahrsicherheitstrainings wird bei der Verkehrswacht nicht das Schleudern mit dem Auto bewusst provoziert wie zum Beispiel bei Drift-Kursen, denn wenn das Fahrzeug schleudert ist es bereits zu spät, man soll vorher wissen ab wann man besser vom Gas geht.

Im Anschluß an die letzte Übung wurde einem Teilnehmer eine Urkunde überreicht für 50 Jahre unfallfreies Fahren und es wurde angekündigt, dass es ein weiteres Wintersicherheitstraining, welches vom Staat gefördert wird, geben wird.

Meiner Meinung zufolge war dies ein sehr lehrreicher Tag in Göppingen den Jeder mal mitgemacht haben sollte auch als Warnung vor Selbstüberschätzung. Ich werde sehr gerne wieder am Wintermobilitätstraining erscheinen.

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