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Ein gerechter Mord – gibt es so etwas?

Das Thema des Romans „Bielers Dilemma“ von Max Leonhard ist die Gerechtigkeit, um sie geht es und um ihr Verhältnis zum Recht. Nicht Schuld, Rache, Sühne und Vergeltung stehen im Mittelpunkt  der Geschichte. Sie sind die klassischen Zutaten, aus denen nahezu jeder Kriminalroman gestrickt ist. Doch „Bielers Dilemma“ ist zu komplex, zu hintergründig um ein reiner Krimi zu sein. Wie kaum jemandem, gelingt es Max Leonhard in seinem Debütroman, einen Mix aus psychologischen Studien, philosophischen Betrachtungen und einer spannenden Kriminalgeschichte zu einem intelligenten Roman zu verweben, der in seiner Doppelbödigkeit den Leser immer wieder zu einer Stellungnahme herausfordert. Dabei geht der Rote Faden niemals verloren, sondern zieht sich, allen Abschweifungen zum Trotz, geradlinig durch die intelligent konstruierte Geschichte und strebt einem überraschenden Ende zu. Der Autor, in Südtirol geboren, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler, Maler, Bildhauer und Schriftsteller in Österreich. Vor über zwanzig Jahren aber, in einem früheren Leben, wie er selbst gerne sagt, war Max Leonhard für einige Jahre als Herzchirurg unter anderem in Ulm tätig und so überrascht es nicht, dass sein Roman im Ärztemilieu angesiedelt ist. Im Zentrum der Kriminalgeschichte steht der Mord an einem Chefchirurgen. Was aber wie ein klassischer Krimi beginnt, entwickelt sich mehr und mehr zu einer gnadenlosen Anklage an die Gesellschaft, Medizin und Justiz, die, so der Autor, allesamt weniger die Gerechtigkeit im Auge haben, sondern ohne Skrupel ihre Standesinteressen verfolgen. Speziell das Grundthema der Geschichte, Moral und Gerechtigkeit, hat die Verlegerin Manuela Kinzel dazu bewogen, den Roman zu veröffentlichen.

Das über 400 spannende Seiten starke Buch „Bielers Dilemma“, ISBN 978-3-95544-066-4, ist seit wenigen Wochen im Handel und hat bereits von berufener Seite ein sehr positives Echo gefunden.

In seinem Kommentar zum Roman schreibt Prof. Dr. Karl Müller, Professor für neuere Literatur und Germanistik der Universität Salzburg:   Mord im Herzchirurgenmilieu – Spinnennetze und Wespennester. Spannungsreich und intelligent gestrickt, mehr als ein herkömmlicher Detektivroman über einen fast perfekten Mord, auch eine feine psychologische Studie mit nachdenkenswerten Passagen über Recht und Gerechtigkeit, gesellschaftliche Un-Zustände, Allzumenschliches, also Abgründiges – glatte Oberfläche, wurlender Hass – bourgeoise Normalität, oft in sarkastischer Färbung, und teuflischer Plan. Ein beachtliches „Krimi“-Debüt.

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