„Wirtschaft fürchtet Engpass“ – Die Strom-Engpass-Märchenstunde

Sie drucken auch wirklich jedes Märchen ab, das Ihnen von Industrie- oder Wirtschaftsverbänden aufgetischt wird. Da heißt es in Ihrem Artikel: „Die Politik habe ein falsches Bild der Kapazitäts- und Bedarfsentwicklung gezeichnet.“ Oder: „Die Hochrechnungen hätten nur den bundesweiten Schnitt berücksichtigt …“ Entschuldigung, das ist Nonsens!

Um auch in Zukunft die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, gibt es seit 2012 ein klar definiertes Verfahren. Von den Netzbetreibern wird ein Szenariorahmen ausgearbeitet, der die zu erwartende Erzeugungs- sowie Verbrauchstopografie darlegt. Der wird öffentlich konsultiert, wo sich natürlich Wirtschafts- und Industrieverbände wie auch ganz normale Bürger einbringen können. Unter Berücksichtigung dieser Stellungnahmen überarbeitet die BNetzA diesen Szenariorahmen, der dann Grundlage für den Netzentwicklungplan (NEP) wird. Dann geht mit diesem NEP das gleiche Spiel los, wobei dieser sogar zweimal öffentlich konsultiert wird. Dieser NEP wird von Fachinstituten gerechnet, wobei selbstverständlich Situationen ohne Wind und Sonne sowie der Ausfall wichtiger Leitungen in diesen Rechnungen mit einbezogen werden. Erst wenn dann alles passt, ist der NEP fertig und wird so von der BNetzA bestätigt. Besser, transparenter und sicherer geht es einfach nicht!

Wenn nun immer wieder ein paar dahergelaufene Verbandsvertreter oder Politiker herumspinnen und meinen, die Versorgungssicherheit sei gefährdet, oder wir bräuchten überhaupt keine neuen Leitungen, kann ich nur sagen: Die sollen, anstatt durch die zu Lande ziehen und die Leute zu verunsichern, bitteschön an den dafür vorgesehenen Konsultationen teilnehmen und dabei genau begründen, warum sich die Situation ihrer Meinung nach doch so grundlegend anders darstellen wird als von den Netzbetreibern und der BNetzA angenommen.

Rüdiger Höwler

Rechberghausen

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