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Der Hohenstaufen vor den Kelten

Die Entstehung des Hohenstaufens stand im Mittelpunkt einer Erkundungstour am und um den Hohenstaufen und die Spielburg. Bei frühherbstlichem Wetter traf sich am vergangenen Dienstag die Gruppe der Interessierten an der Barbarossakirche in Hohenstaufen, um Architekt Reinhard Gunst aus Stuttgart zu lauschen. Die Wanderung führte durch die Beurengasse, vorbei an der Wiese, zur Spielburg. Hier erfuhren die Teilnehmer, dass unter der Wiese steinzeitliche Langhäuser vermutet werden, und sogar deren genaue Ausrichtung. Architekt Reinhard Gunst erläuterte die geologische Erklärung der Zeugenberge und wies auf einige Widersprüche, die sich gerade bei der Spielburg zeigen, hin. Dann führte die Exkursion „über“ weitere vermutete Langhäuser hinauf auf den Berg, entlang der Steinformationen, die der Geologe als „gebankte Kalke“ bezeichnet. Andere erinnern diese Schichten eher an Trockenmauerwerk.

Auf dem Bergplateau erläuterte Reinhard Gunst die Ausrichtung des Berges zwischen dem Braunberg und dem „Grand Ballon“ in den Vogesen, dem er die Funktion eines Signal- und Zeremonialbauwerkes, ähnlich dem Silbury Hill bei Avebury, zumisst.

Um das Bauwerk der Spitze des Hohenstaufens, welches ungefähr ein Drittel des Volumens der Cheops Pyramide besitzt, zu erstellen, bedurfte es auf jeden Fall eines Planes. Eine Erklärung für das ellipsenförmige Plateau mit seinem Höhenunterschied bietet um ca. 4400 vor Chr. das Sternbild des Löwen. Zur Sommersonnenwende stieg es seitenrichtig so über dem Horizont auf, dass sein Kopf das erhöhte Plateau bildete und sein hellster Stern an der Stelle lag, wo sich später der Zugang zur Burg befinden sollte. Der Zugang einer Burg der Dynastie der Staufer, welche die Löwen als Wappentier hatten.

Alles Zufall – oder hat doch der Mensch mit einer Erhöhung der Bergspitze nachgeholfen? Beim Abstieg am Hauptweg erläuterte Gunst, ab welcher Höhe er diese künstliche Erhöhung des Berges vermutet, damit dieser als Sonnen- und Sternenobservatorium für eine vorkeltische Hochkultur dienen konnte.

Unbestritten bei allen Theorien um den Berg ist zumindest eines, nämlich dass der kahle steinwüstenartige Berg erst am Ende des 19. Jahrhunderts wieder aufgeforstet wurde. Die damals angekarrte Erde und das inzwischen entstandene Humusmaterial verdecken sicherlich viele interessante Erkenntnisse.

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